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hatte ich anfangs den kauernden Handwerksgcwöhnungen des ManncS zuge-schrieben, doch er belehrte mich eines Bessern, als ich ihn befrug, warum erbeständig in erwähnter Weise sein Bein riebeL Er sagte mir nämlich imunbefangen gleichgültigsten Tone, als handle es sich von einer Sache, die ganznatürlich, daß er in den verschiedenen deutschen Gefängnissen, worin er ge-sessen, gewöhnlich mit Ketten belastet worden sei; und da manchmal dereiserne Ring, welcher das Bein anschloß, ctwaö zu eng gewesen, habe er anjener Stelle eine juckende Empfindung bewahrt, die ihn zuweilen veranlasse,sieb dort zu reiben. Bei diesem nalvcn Geständnis; muß der Schreiber dieserBlätter ungefähr so ausgesehen haben, wie der Wolf in der äsopischen Fabel,als er seinen Freund den Hund befragt hatte, warum das Fell an seinemHalse so abgescheuert sei, und dieser zur Antwort gab: des Nachts legt manmich an die Kette. — Ja, ich gestehe, ich wich einige Schritte zurück, als derSchneider solchermaßen mit seiner widerwärtigen Familiarität von den Kettensprach, womit ibn die deutschen Schließer zuweilen belästigten, wenn er imLoch saß — „Loch! Schließer! Ketten!" lauter fatale Cotcricworte einergeschlossenen'Gesellschaft, womit man mir eine schreckliche Vertrautheit zumn-thctc. Und es war hier nicht die Rede von jene» metaphorischen Ketten, diejetzt die ganze Welt trägt, die man mit dem größten Anstand tragen kann,und die sogar bei Leuten von gutem Tone in die Mode gekommen — nein, beiden Mitgliedern jener geschlossenen Gesellschaft sind Ketten gemeint in ihrereisernsten Bedeutung, Ketten, die man mit einem eiserne» Ring an'S Beinbefestigt — und ich wich einige Schritte zurück, als der Schneider Weitlingvon solchen Ketten sprach. Nicht etwa die Furcht vor dem Sprichwort: mit-gcfangcn, mitgehangen! nein, mich schreckte vielmehr das Nebencinandcr-gchcnktwcrdcn.
Dieser Wcitling, der jetzt verschollen, war übrigens ein Mensch von Talent;es frkltc ihm nicht an Gedanken, und sein Buch, betitelt: „Die Garantiender Gesellschaft," war lange Zeit der Katechismus der deutschen Commnniste». Die Anzahl dieser letzter» hat sich in Teutschland während der letztenJahre ungeheuer vermcbrt, und diese Partei ist zu dieser Stunde unstreitigeine der mächtigsten jenseits des Meines. Die Handwerker bilden den Kerneiner Unglaubcns-Armcc, die vielleicht nicht sonderlich discipllnirt, aber indoktrineller Bczlebung ganz vorzüglich eincrcrcirt ist. Diese deutschen Hand-werker bekennen sich größtcnthcils zum crasscsten Atheismus, und sie sindgleichsam verdammt, dieser trostlosen Negation zu huldigen, wenn sie nicht ineinen Widerspruch mit ihrem Princip und somit in völlige Ohnmacht ver-fallen wollen. Diese Kohorten der Zerstörung, diese Sapcure, deren Artdas ganze gesellschaftliche Gebäude bedrokt, sind den Weichmachern und Um-wäizern in andern Ländern unendlich überlegen, wegen der schrecklichen Eon-
Heine. v. s