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5 (1855) Vermische Schriften : erste Abtheilung
Entstehung
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communen CommuniSmus. Meine Scheu vor dem letzter» Hut wahrlichnichts gemein mit der Furcht des Glückspilzes, der für seine Kapitalien zittert,oder mit dem Verdruß der wohlhabenden Gcwcrbslcutc, die in ihren AnSbcu-tnngsgcschäftcn gehemmt zu werden fürchten: nein, mich beklemmt vielmehrdie geheime Angst des Künstlers und des Gelehrten, die wir unsre ganze mo-j dcrne Civilisation, die mühsame Errungenschaft so vieler Jahrhunderte, dieFrucht der edelsten Arbeiten unsrcr Vorgänger, durch den Sieg des Commn-nismus bedroht sehen. Fortgerissen von der Strömung großmüthiger Ge-sinnung mögen wir immerhin die Interessen der Kunst und Wissenschaft, jaalle unsre Particularintercssen dem Gcsammtintercssc des leidenden und un-terdrückten Volkes aufopfern: aber wir können uns nimmermehr verhehlen,wessen wir uns zu gewärtigen haben, sobald die große rohe Masse, welche dieEinen das Volk, die Andern den Pöbel nennen, und deren legitime Souve-rainctät bereits längst proclamirt worden, zur wirklichen Herrschast käme.Ganz besonders empfindet der Dichter ein unheimliches Grauen vor dem Re-gierungsantritt dieses täppischen Souverains. Wir wollen gern für dasVolk uns opfern, denn Selbstaufopferung gehört zu uuscrn rafsinirtcsten Ge-nüssen die Emancipation des Volkes war die große Aufgabe unseres Lebensund wir haben dafür gerungen und namenloses Elend ertragen, in der Hei-math wie im Erile aber die reinliche, sensitive Natur des Dichters sträubtsich gegen jede persönlich nahe Berührung mit dem Volke, und noch mehrschrecken wir zusammen bei dem Gedanken an seine Liebkosungen, vor denenuns Gott bewahre! Ein großer Demokrat sagte einst: erwürbe, hätte einKönig ihm die Hand gedrückt, sogleich seine Hand in's Feuer halten, um siezu reinigen. Ich möchte in derselben Weise sagen: ich würde meine Handwaschen, wenn mich das souvcrainc Volk mit seinem Händedruck beehrt hätte.

O daS Volk, dieser arme König in Lumpen, hat Schmeichler gefunden, dieviel schamloser, als die Höflinge von Byzanz und Versailles, ihm ihren Weih-rauchkessel an den Kopf schlugen. Diese Hoflakaic» des Volkes rühmen be-ständig seine Vortrcfflichkcitcn und Tugenden, und rufen begeistert: wie schönist das Volk! wie gut ist das Volk! wie intelligent ist das Volk! Nein,ihr lugt. Das arme Volk ist nicht schön; im Gegentheil, es ist sehr häßlich.Aber diese Häßlichkeit entstand durch den Schmutz und wird mit demselbenschwinden, sobald wir öffentliche Bäder erbauen, wo Seine Majestät dasVolk sich unentgeltlich baden kann. Ein Stückchen Seife könnte dabei nichtschaden, und wir werden dann ein Volk sehen, das hübsch propre ist, ein Volk,das sich gewaschen hat. Das Volk, dessen Güte so sehr gepriesen wird, ist garnicht gut; es ist manchmal so böse wie einige andere Potentaten. Aber seineBosheit kommt vom Hunger; wir müssen sorgen, daß das souvcrainc Volkimmer zu essen habe; sobald allerhöchst dasselbe gehörig gefüttert und gesättigt