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sich in Bäume verwandeln und Laubgänge bilden. Erotische Blumen inhohen Marmorvascn, welche mit antiken Basreliefs geziert. An den Wän-den Gemälde, wo die Liebschaften der Venus abgebildet. Goldnc Candelabcrund Ampeln verbreiten ein magisches Licht, und Alles trägt hier den Charak-ter einer zauberischen Ncppigkeit. Hie und da Gruppen von Menschen, welchemüßig und nachlässig am Boden lagern, oder bei dem Schachbrett sitzen.Andere schlagen Ball oder halten Waffcnübungcn und Scherzgcfechtc. Ritterund Damen ergehen sich paarweis in galanten Gesprächen. Die Costumedieser Personen sind ans den verschiedensten Zeitaltern, und sie selber sind ebendie berühmten Männer und Frauen der antiken und mittelalterlichen Welt,die der Volksglaube, wegen ihres scnsualistischen Rufes oder wegen ihrerFabelhaftigkcit in den Vcnusberg versetzt hat. Unter den Frauen sehen wirz. B. die schöne Helena von Sparta, die Königin von Saba, die Cleopatra,die Herodias, unbegreiflicher Weise auch Judith, die Mörderin des edlenHolofcrncS, dann auch verschiedene Heldinnen der brctonischen Rittersagen.Unter den Männern ragen hervor Alexander von Makedonien, der PoetOvidiuS, Julius Cäsar, Dictcrich von Bern, König Nrthus, Ogier derDäne, AmadiS von Gallien, Friedrich der Zweite von Hohenstaufen, Klings-ohr von Ungcrland, Gottfried von Straßburg und Wolfgang Goethe. Sietragen alle ihre Zeit- und Standestracht, und es fehlt hier nicht an geistlichenOrnaten, welche die höchsten Kirchenämter vcrrathen.
Die Musik drückt das süßeste ckoloo tau niente aus, geht aber plötzlich überin die wollüstigsten Frcudcnlautc. Dann erscheint Fran VenuS mit demTannhäuser, ihrem Oavtüioro servonto. Diese beiden, sehr entblößt undRosenkränze auf den Häuptern, tanzen ein sehr sinnliches Pas-dc°dcur, wel-ches schier an die verbotensten Tanze der Neuzeit erinnert. Sie scheinen sichim Tanze zu zanken, sich zu verhöhnen, sich zu necken, sich mit Verspottungden Rücken zu kehren, und unversehens wieder vereinigt zu werden durch eineunverwüstliche Liebe, die aber keineswegs auf wechselseitiger Achtung beruht.Einige andere Personen schließen sich dem Tanz jener Beiden an, in ähnlichausgelassener Weise, und es bilden sich die übermuthigsten Quadrillen.
Diese tolle Lust wird aber plötzlich unterbrochen. Schneidende Trauermusikerschallt. Mit aufgelöstem Haar und den Geberdcn des wildesten Schmerzesstürzt herein die Göttin Diana, und hinter ihr wandeln ihre Nymphen, welchedie Leiche des Ritters tragen. Letztere wird in der Mitte der Scene nieder-gesetzt, und die Göttin legt ihr mit liebender Sorgfalt einige seidene Kissenunter das Haupt. Diana tanzt ihren entsetzlichen Verzweiflungstanz, mitallen erschütternden Kennzeichen einer wahren tragischen Leidenschaft, ohneBeimischung von Galanteric und Laune. Sie beschwort ihre FreundinVenus, den Ritter vom Tode zu erwecken. Aber jene zuckt die Achsel, sie ist
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