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Lebe» unter der Haut des Walisisches, wo sie Tag und Nacht das beste Fettverschmauscn können, ohne das Nest zu verlassen. Diese Schmausereicnmögen wohl am Ende dem unfreiwilligen Wirthe etwas übcrlästig, ja unend-lich schmerzhaft werden; da er nun keine Hände hat, wie der Mensch, der sichgottlob kratzen kann, wenn es ihn juckt, so sucht er die innere Qual dadurchzu lindern, daß er sich an die scharfen Kanten einer Eiswand stellt und daranden Rucken durch Auf- und Nicdcrbcwcgungcn recht inbriinstiglich reibt, ganzwie bei uns die Hunde sich an einer Bettstelle zu scheuern pflegen, wenn siemit zu viel Flöhen behaftet sind. Diese Bewegungen hat nun der ehrlicheDomine für die eines Beters gehalten und sie der religiösen Andacht zuge-schrieben, wahrend sie doch nur durch die Ratten-Orgien hervorgebracht wur-den. Der Wallfisch, so viel Thran er auch enthält, schloß Niels Andersen,ist doch ohne den mindesten religiösen Sinn. Er ehrt weder die Heiligen nochdie Propheten, und sogar den kleinen Propheten Jonas, den solch ein Wali-sisch einmal aus Versehen verschluckte, konnte er nimmermehr verdauen, undnach dreien Tagen spuckte er ihn wieder aus. Das vortreffliche Ungeheuerhat leider keine Religion, und so ein Wallfisch verehrt unfern wahren Herr-gott, der droben im Himmel wohnt, eben so wenig wie den falschen Hcidcn-gott, der fern am Nordpol auf der Kaninchen-Insel sitzt, wo er denselben zu-weilen besucht.
Was ist das für ein Ort, die Kaninchen-Insel? fragte ich unfern NielsAndersen. Dieser aber trommelte mit seinem Holzbein auf der Tonne undcrwicdcrte: Das ist eben die Insel, wo die Geschichte passirt, die ich zu erzäh-len habe. Die eigentliche Lage der Insel kann ich nicht genau angeben. Nie-mand konnte, seit sie entdeckt worden, wieder zu ihr gelangen; solches verhin-derten die Ungeheuern Eisberge, die sich um die Insel thürmen und vielleichtnur selten eine Annäherung erlauben. Nur die Schifföleute eines russischenWallfischjägrrs, welche einst die Nordstürmc so hoch hinauf verschlugen, be-traten den Boden der Insel, und seitdem sind schon hundert Jahre verflossen.Als jene Schiffsleutc mit einem Kahn dort landeten, fanden sie die Insel ganzwüst und öde. Traurig bewegten sich die Halme des Ginsters über dem Flug-sand; nur hie und da standen einige Zwergtannen, oder es krüppelte am Bo-den das unfruchtbarste Buschwerk. Eine Menge Kaninchen sahen sie umher-springen, weshalb sie dem Orte den Namen Kaninchen-Insel crthcilten. Nureine einzige ärmliche Hütte gab Knude, daß ein menschliches Wesen dort wohnte.Als die Schiffer hineintratcn, erblickten sie einen uralten Greis, der kümmer-lich bekleidet mit zusammengeflickten Kaninchenfellen, auf einem Stcinstnhlvor dem Herde saß, und an dem flackernden Reisig seine magern Hände undschlotternden Knice wärmte. Neben ihm zur Rechten stand ein ungeheuergroßer Vogel, der ei» Adler zu sein schien, den aber die Zeit so unwirsch ge-