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Wie Mnhamet Eben Mnnsur seine Lieder immer mit einem Lob des Pfer-des anfing, so begann Niels Andersen alle seine Geschichten mit einer Apo-logie des Walisisches. Auch die Legende, die wir ihm hier nacherzählen, er-mangelt nicht einer solchen Lobspendc. Der Wallfisch, sagte Niels Andersen,sei nicht bloS das größte, sondern auch das schönste Thier. Aus den zweiNaSlochcrn auf seinem Kopfe sprängen zwei kolossale Wasserstrahlen, die ihmdas Ansehen eines wunderbaren Springbrunnens gäben, und gar besondersdes Nachts im Mondschein einen magischen Effect hervorbrächten. Dabei seier gutmiithig, friedtiebig, und habe viel Sinn für stilles Familienleben. Esgewähre einen rührenden Anblick, wenn Vater Wallfisch mit den Seinen aufeiner Ungeheuern Eisscholle sich hingclagert, und Jung und Alt sich um ihnher in Licbesspiclen und harmlosen Neckereien überböten. Manchmal springensie alle auf einmal ins Wasser, um zwischen den großen Eisblöcken Blindekuhzu spielen. Die Sittcnrcinhcit und die Keuschheit der Wallfische wird weitmehr gefördert durch das Eiswafscr, worin sie beständig mit den Flossenherumschwänzeln, als durch moralische Principien. Es sei auch leider nicht zuläugnen, daß sie keinen religiösen Sinn haben, daß sie ganz ohne Religionsind —
Ich glaube, das ist ein Jrrthum — unterbrach ich meinen Freund — ichhabe jüngst den Bericht eines holländischen Missionairs gelesen, worin dieserdie Herrlichkeit der Schöpfung beschreibt, die sich in den hohen Polargcgcndcnoffenbare, wenn des Morgens die Sonne aufgegangen, und das Tageslichtdie abenteuerlichen, riesenhaften Eismasscn bestrahlt. Diese, sagte er, welchealsdann an diamantne Mährchcnschlösscr erinnern, geben von Gottes Allmachtein so imposantes Zeugniß, daß nicht blos der Mensch, sondern sogar die roheFischcreatur, von solchem Anblick ergriffen, den Schöpser anbete —mit seineneigenen Augen, versichert der Domine, habe er mehre Wallfische gesehen, diean einer Eiswand gelehnt, dort aufrecht standen und sich mit dem Obcrthcilauf und nieder bewegten, wie Betende.
Niels Andersen schüttelte sonderbar den Kopf; er läugucte nicht, daß erselber zuweilen gesehen, wie die Wallsische, an einer Eiswand stehend, solcheBewegungen machten, nicht unähnlich denjenigen, die wir in den Betstubenmancher Glaubenssectcn bemerken; aber er wollte solches keineswegs irgendeiner religiösen Andacht zuschreiben. Er erklärte die Sache phpsiologisch: erbemerkte daß der Wallfisch, der Chimborasso der Thierc, unter seiner Hauteine so ungeheuer tiefe Schichte von Fett besitze, daß oft ein einziger Wallfischhundert bis hundcrtundfunfzig Fässer Talg und Thrau gebe. Jene Fett-schichte sei so dick, daß sich viele hundert Wasserratten darin einnisten können,während das große Thier aus einer Eisscholle schliefe, und diese Gäste, unend-lich größer und bissiger als unsre Landratten, führen dann ein fröhliches