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wußte mir Auskunft zu geben über sein Schicksal. Ich habe in derselbenAbsicht viele Bibliotheken durchstöbert, wo ich mir die prachtvollsten Codices,geschmückt mit Gold und Edelsteinen, wahre Odalisken im Harem der Wissen-schaft, zeigen ließ, und ich sage den gelehrten Eunuchen für die Unbrummig,kcit und sogar Affabilität, womit sie mir jene leuchtenden Schätze erschlossen,hier öffentlich den üblichen Dank. Es scheint als hätten sich keine volksthüm-lichcn Traditionen über einen mittelalterlichen Jupiter erhalten, und alles wasich aufgegabelt, besteht in einer Geschichte, welche mir einst mein Freund NielsAndersen erzählte.
Ich habe soeben Niels Andersen genannt, und die liebe drollige Figur steigtwieder lebendig in meiner Erinnerung herauf. Ich will ihm hier einigeZeilen widmen. Ich gebe gern meine Quellen an, nnd ich erörtere ihre Eigen-schaften, damit der geneigte Leser selbst benrthcilc, in wie weit sie sein Ver-trauen verdienen. Also einige Worte über meine Quelle.
Niels Andersen, geboren zu Dronthcim in Norwegen, war einer der größ-ten Wallfischjägcr, die ich kennen lernte. Ich bin ihm sehr verpflichtet. Ihmverdanke ich alle meine Kenntnisse in Bezug aus den Wallfischfang. Ermachte mich bekannt mit allen Finten, die das kluge Thier anwendet, um demJäger zu entrinnen; er vertraute mir die Kriegslisten, womit man seineFinten vereitelt. Er lehrte mich die Handgriffe beim Schwingen der Har-pune, zeigte mir wie man mit dem Knie des rechten Beines sich gegen denVorderrand des Kahnes stemmcn muß, wenn man die Harpune nach demWallfisch wirft, nnd wie man mit dem linken Bein einen gesalzenen Fußtrittdem Matrosen versetzt, der das Seil, das an der Harpune befestigt ist, nichtschnell genug nachschießen ließ. Ihm verdanke ich Alles, nnd wenn ich keingroßer Wallfischjägcr geworden, so liegt die Schuld weder an Niels Andersennoch an mir, sondern an meinem bösen Schicksal, das mir nicht vergönnte,ans meinen Lebensfahrtcn irgend einen Wallfisch anzutreffen, mit welchem icheinen würdigen Kamps bestehen konnte. Ich begegnete nur gewöhnlichenStockfischen und lausigen Häringcn. Was hilft die beste Harpune gegeneinen Häring? Jetzt muß ich allen Jagdhoffnungen entsage», meiner gesteif-ten Beine wegen. Als ich Niels Andersen zu Ritzcbüttcl bei Cuxhaven ken-nen lernte, war er ebenfalls nicht mehr gut auf den Füßen, da am Senegalein junger Haifisch, der vielleicht sein rechtes Bein für ein Zuekerstängclchcnansah, ihm dasselbe abbiß, nnd der arme Niels seitdem auf einem Stelzfußhcrumhumpcln mußte. Sein größtes Vergnügen war damals, aus einerhohen Tonne zu sitzen, und ans dem Bauche derselben mit seinem hölzernenBeine zu trommeln. Ich half ihm oft die Tonne erklettern, aber ich wollteihm manchmal nicht wieder hinunterhelfen, che er mir eine seiner wunderlichenFischcrsagcn erzählte.