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5 (1855) Vermische Schriften : erste Abtheilung
Entstehung
Seite
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Bekräftigung der Ucbcrcinkunft, und der Holländer, welcher eine» schmuhigenledernen Beutel hervorzieht, ungefüllt mit lauter ganz kleinen Silbcrpfenni-gen, den kleinsten, die je in Holland geschlagen worden, zahlt die ganzeSumme des Fahrgelds in dieser putngcn Miinzsortc. Indem er dem Fischernoch die Instruction gicbt, gegen Mitternacht, zur Zeit wo der Mond aus dmWolken hervortreten würde, sich an einer destimmten Stelle der Küste mitseiner Barke einzufinden, um die Ladung in Empfang zu nehmen, verab-schiedet er sich bei der ganzen Familie, welche vergebens ihre Einladung zumMitspcisen wiederholte, und die eben noch so gravitätische Figur trippelt mitleichtfüßigen Schritten von danncn.

Um die bestimmte Zeit befindet sich der Schiffer an dem bestimmten Ortemit seiner Barke, die anfangs von den Wellen hin und her geschaukelt wird;aber nachdem der Vollmond sich gezeigt, bemerkt der Schiffer, daß sein Fahr-zeug sich minder leicht bewegt und immer tiefer in die Fluth einsinkt, so daßam Ende das Wasser nur noch eine Hand breit vom Rand entfernt bleibt.Dieser Umstand belehrt ihn, daß seine Passagiere, die Seelen, jetzt an Bordsein müssen, und er stoßt ab mit seiner Ladung. Er mag noch so sehr seineAugen anstrengen, doch bemerkt er im Kahne nichts als einige Nebelstrciscn,die sich hin und her bewegen, aber keine bestimmte Gestalt annehmen und ineinander verquirlen. Er mag auch noch so sehr horchen, so hört er doch nichtsals ein unsäglich leises Zirpen und Knistern. Nur dann und wann schießtschrillend eine Möve über sein Haupt, oder es taucht neben ihm aus der Fluthein Fisch hervor, der ihn blöde angloht. Es gähnt die Nacht, und frostigerweht die Seeluft. Ueberall nur Wasser, Mondschein und Stille; undschweigsam, wie seine Umgebung, ist der Schiffer, der endlich an der weißenInsel anlangt und mit seinem Kahne stillhält. Auf dem Strande sieht erniemand, aber er hört eine schrille, asthmatisch keuchende und greinendeStimme, worin er die des Holländers erkennt; derselbe scheint ein Verzeich-niß von lauter Eigennamen abzulesen, in einer gewissen verificircnden, mono-tonen Weise; unter diesen Namen sind dem Fischer manche bekannt und ge-hören Personen, die in demselben Jahr verstorben. Während dem Ablese»dieses Namensverzcichnisses wird der Kahn immer leichter, und lag er eben.noch so schwer im Sande des Ufers, so hebt er sich seht plöhlich leicht empor,sobald die Ablesung zu Ende ist; und der Schiffer, welcher daran merkt, daßseine Ladung richtig in Empfang genommen ist, fährt wieder ruhig zurück zuWeib und Kind, nach seinem lieben Hause am Sichl.

So geht es jedesmal mit dem Ueberschiffen der Seelen nach der weißenInsel. Als einen bcsondcrn Umstand bemerkte einst der Schiffer, daß derunsichtbare Controleur im Ablesen des Namenverzeichnisses plötzlich inne hieltund ausrief!Wo ist aber Pittcr Jansen? Das ist nicht Pittcr Jansen/