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5 (1855) Vermische Schriften : erste Abtheilung
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kältet, als der Mönch, der ihm das Fährgeld gereicht, seine Hand berührte;die Finger des Mönches waren eiskalt. Diesen Umstand konnte der Fischereinige Tage lang gar nicht vergessen. Doch die Jugend schlägt sich endlichalles Unheimliche aus dem Sinn, und der Fischer dachte nicht mehr an jenesEreigniß, als im folgenden Jahre, gleichfalls um die Zeit der Tagcsglciche,gegen Mitternacht, an das Fenster der Fischcrhiitte geklopft wurde und wiedermit großer Hast die drei vermummten Mönche erschienen, welche wieder denKahn verlangten. Der Fischer überließ ihnen denselben diesmal mit wenigerBcsorgniß, und als sie nach einigen Stunden zurückkehrten, und ihm einer derMönche eilig das Fahrgeld in die Hand drückte, fühlte er wieder mit Schau-dern die eiskalten Finger. Dasselbe Ereigniß wiederholte sich jedes Jahr umdieselbe Zeit in derselben Weise, und endlich, als der siebente Jahrestag heran-nahte, ergriff den Fischer eine große Begier, das Gehcimniß, das sich unterjenen drei Kutten verbarg, um jeden Preis zu erfahren. Er legte eine MengeNetzwerke in den Kahn, daß dieselben ein Versteck bildeten, wo er hincinschlüp-fcn konnte, während die Mönche das Fahrzeug besteigen würden. Die erwar-teten dunklen Knuden kamen wirklich um die bestimmte Zeit, und es gelangdem Fischer, sich unversehens unter die Netze zu verstecken und an der Ucbcr-fahrt Theil zu nehmen. Zu seiner Verwunderung dauerte diese nur kurzeZeit, während er sonst mehr als eine Stunde brauchte, ehe er an's entgegen-gesetzte Ufer gelangen konnte, und noch größer war sein Erstaunen, als er hier,wo die Gegend ihm so gut bekannt war, jetzt einen weiten offnen WaldeSplatzsah, den er früher noch nie erblickt, und der mit Bäumen umgeben war, dieeiner ihm ganz fremden Vegetation angehörten. Die Bäume waren behängtmit unzähligen Lampen, auch Vasen mit loderndem Waldharz standen aufhohen Postamenten, und dabei schien der Mond so hell, daß der Fischer diedort versammelte Menschenmenge so genau betrachten konnte, wie am hellenTage. Es waren viele hundert Personen, junge Männer und junge Frauen,meistens bildschön, obgleich ihre Gesichter alle so weiß wie Marmor waren,und dieser Umstand, verbunden mit der Kleidung, die in weißen, sehr weit auf-geschürzten Tuniken mit Purpursanm bestand, gab ihnen das AuSschn vonwandelnden Statuen. Die Frauen trugen auf den Häuptern Kränze vonnatürlichem oder auch aus Gold- und Silberdraht verfertigtem Weinlaub,und das Haar war zum Theil auf dem Scheitel in eine Krone geflochten, zumTheil auch ringelte dasselbe ans dieser Krone wildlockig hinab in den Nacken.Die jungen Männer trugen ebenfalls auf den Häuptern Kränze von Wein-laub. Männer und Weiber aber, in den Händen goldne Stäbe schwingend,die mit Weinlanb nmrangt, kamen jubelnd herangeflogen, um die drei An-kömmlinge zu begrüßen. Einer derselben warf jetzt seine Kutte von sich, undzum Vorschein kam ein impertinenter Geselle von gewöhnlichem ManncSaltcr,