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5 (1855) Vermische Schriften : erste Abtheilung
Entstehung
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oft genug wiederholen kann. In dieser Beziehung hat sich am meisten derTeufel über Goethe zu beklagen. Sein Mcphiftophcles hat nicht die mindesteinnere Verwandtschaft mit dem wahrenMephostophilcs," wie ihn die älterenVolksbücher nennen. Auch hier bestärkt sich meine Vcrmuthung, daß Goetheletztere nicht kannte, als er den ersten Theil des Faustes schrieb. Er hätte sonstin keiner so säuisch spaßhaften, so cynisch skurilcn Maske den McphistophcleSerscheinen lassen. Dieser ist kein gewöhnlicher Hölleulnmp, er ist einsubti-ler Geist," wie er sich selbst nennt, sehr vornehm und nobel und hochgestelltin der nnterwcltlichcn Hierarchie, im höllischen Gouvcrncmcntc, wo er einerjener Staatsmänner ist, woranS man einen Reichskanzler machen kann. Ichverlieh ihm daher eine Gestalt, die seiner Würde angemessen. Verwandeltesich doch der Teufel immer am liebsten in ein schönes Frauenzimmer, und imälteren Fanstbuchc weiß auch McphistophcleS den armen Doktor in dieser Ge-stalt zu kirren, wenn den Acrmsten manchmal fromme Skrupel übcrschlichen.Das alte Faustbuch erzählt ganz naiv:

Wenn der Faust allein war, und dem Wort Gottes nachdenken wollte,schmücket sich der Tcuffcl in Gestalt einer schönen Frauwcn für ihn, hälfet ihn,und trieb mit ihm alle Unzucht, also daß er des Göttlichen Worts bald vergaß,und in Wind schlug, und in seinem bösen Fürhaben fortfuhr."

Indem ich den Teufel und seine Gesellen als Tänzerinnen erscheinen lasse,bin ich der Tradizion treuer geblieben als Sie vcrmuthen. Daß es zur Zeitdes Doktor Faust schon iilorxs-cls-dallets von Teufeln gegeben hat, ist keineFirion Ihres Freundes, sondern es ist eine Thatsachc, die ich mit Stellen ausdem Leben des- Christoph Wagner, welcher Faust'S Schiller war, beweisenkann. In dem sechzehnten Capitcl dieses alten Buches lesen wir, daß derarge Sünder ein Gastgelag in Wien gab, wo die Teufel in Fraucnzimmer-gcstalt, mit Saitenspiclen die schönste und lieblichste Musik machten und andreTeufelallerlei seltsame und unzüchtige Tänze tanzten." Auch in Nffcugc-stalt tanzten sie bei dieser Gelegenheit und da heißt es:Bald kamen zwölfAffen, die machten einen Reigen, tanzten französische Ballctc, wie jetzt dieLeute in Welschlaud, Frankreich und Deutschland zu ihn» Pflegen, sprungcnund hüpften sehr wohl, daß sich männiglich verwunderte." Der Teufel Auer-hahn, der dem Wagner als dienender Geist angehörte, zeigte sich gewöhnlich inder Gestalt eines Affen. Er dcbiitirt ganz eigentlich als Tanzaffe. AlsWagner ihn beschwur, ward er ein Affe, erzählt das alte Buch und da heißtes:der sprang auf und nieder, tanzte Gaillard und andere üppige Tänze,schlug bisweilen auf dem Hackebrctt, pfiff aus der Querpfeife, blies aus derTrompete, als wären ihrer hundert."

Ich kann hier, liebster Freund, der Versuchung nicht widerstehen Ihnen zuerklären, was der Biograph des Nekromanten unter dem NamenGaillard-