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und inbrünstig waren sie. Diese Helena erschien in einem köstlichen schwarzenPurpurklcid, ihr Haar hatte sie herabhangen, das so schön und herrlich alsGoldfarbc schien, auch so lang, daß cS ihr bis in die Knicbiegen hinabging,mit schönen kohlschwarzen Augen, ein lieblich Angesicht, mit einem rundenKöpflcin, ihre Lefzen roth wie Kirschen, mit einem kleinen Mündlein, einenHals wie ein weißer Schwan, rothe Bäcklein wie ein Nöslcin, ein überausschön gleißend Angesicht, eine länglichte aufgerichtete gerade Person. InSumma, es war an ihr kein Untädlcin zu finden, sie sähe sich allenthalben inder Stube um, mit gar frechem und bübischem Gesicht, daß die Studentengegen sie in Liebe entzündet wurden, weil sie cS aber für einen Geist achteten,verginge ihnen solche Brunst lcichtlich, und ging also Helena mit D. Faustowiederum zur Stube hinaus. Als die Studenten solches alles gesehen, batensie D. Fanstum, er solle ihnen so viel zu Gefallen thun, und sie morgenwiederum fiirstcllen, so wollten sie einen Maler mit sich bringen, der sollte sieabcontcrfeicn, welches ihnen aber D. Faustus abschlug und sagte, baß er ihrenGeist nicht alle Zeit erwecken könnte. Er wollte ihnen aber ein Contcrfcidavon zukommen lassen, welches sie, die Studenten, abreißen lassen möchten,was dann auch geschah, und welches die Maler hernach weit hin und wiederschickten, denn cS war eine sehr herrliche Gestalt eines Weibsbildes. Weraber solches Gemälde dem Fausto abgerissen, hat man nicht erfahren können.Die Studenten aber, als sie zu Bett gekommen, haben wegen der Gestalt undForm, so sie sichtbarlich gesehen, nicht schlafen können. Hieraus ist dann zusehen, daß der Teufel oft die Menschen in Liebe entzündet und verblendet,baß man in's Hurenlcbcn gcräth, und hernach nicht leicht wieder herauszu-bringen ist."
Später heißt es in dem alten Buche:
„Damit nun der elende Faustus seines Fleisches Lüsten genugsam Raumgebe, fällt ihm um Mitternacht, als er erwachte, die Helena aus Graccia, dieer vormals den Studenten am weißen Sonntag erweckt hat, in den Sin»,dcrhalbcn er Morgens seinen Geist anmahnt, er sollte ihm die Helcnam dar-stellen, die seine Concubine sein möchte, was auch geschah, und diese Helenawar ebenmäßiger Gestalt, wie er sie den Studenten erweckt hat, mit lieblichemund holdseligem Anblicke». Als nun D. Faustus solches sah, hat sie ihmsein Herz dermaßen gefangen, daß er mit ihr anfing zu buhlen, und sie fürsein Schlafweib bei sich behielt, die er so lieb gewann, daß er schier keinen Au-genblick von ihr sein konnte, wurde also im letzten Jahre schwangeres Leibsvon ihm, gebar ihm einen Sohn, dessen sich Faustus heftig freute, und ihnJustum Faustum nannte. Dies Kind erzählet D. Fausto viel zukünftigeDinge, die in allen Ländern sollten geschehen. Als er aber hernach um seinLeben kam, verschwanden zugleich mit ihm Mutter und Kind."