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5 (1855) Vermische Schriften : erste Abtheilung
Entstehung
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plötzlich mit dcn Denkmalen griechischer Kunst und Wissenschaft bekannt wur-den, daß sie dcn Hemer lasen, so wie auch die Originalwcrke den Plate undAristoteles. In diese beiden hat Faust, wie die Tradizion ausdrücklich erzählt,sich so sehr vertieft, daß er sich einst vermaß: gingen jene Werke verloren, sowürde er sie aus dem Gedächtnisse wieder herstellen können, wie weiland ESramit dem alten Testamente getban. Wie tief Faust in dcn Homer einge-drungen, merken wir durch die Sage, daß er dcn Studenten, die bei ihm einKollegium über diesen Dichter hörten, die Helden des trojanischen Krieges inPerson vorzuzaubcrn wußte. In derselben Weise beschwor er ein andermal,zur Unterhaltung seiner Gäste, eben die schöne Helena, die er später für sichselber vom Teufel begehrte und bis zu seinem unseligen Ende besaß, wie dasältere Fanstbnch berichtet. Das Buch von Widman übergeht diese Geschich-ten und der Verfasser änßcrt sich mit dcn Worten:

Ich mag dem christlichen Leser nicht fürcnthaltcn, daß ich an diesem Orteetliche Historien von D. Johanne Fausto gefunden, welche ich ans hochbcdcnk-lichcn christlichen Ursachen nicht habe hierher setzen wollen, als, daß ihn derTeufel noch fortan vom Ehestand abgehalten, und in sein höllisches, abscheu-liches Hnrcnnctz gejagt, ihm auch Hclcnam aus der Hölle zur Beischläferinzugeordnet hat, die ihm auch für's erste ein erschreckliches Monstrum, unddarnach einen Sohn mit Namen Justum geboren."

Die zwei Stellen im älteren Faustbuch, welche sich auf die schöne Helenabeziehen, lauten wie folgt:

Am weißen Sonntag kamen oftgrmeldcte Studenten unversehens wiederin D. Fausti Behausung zum Nachtessen, brachten ihr Essen und Trank mitsich, welches angenehme Gäste waren. Als nun der Wein einging, wurdeam Tisch von schönen Weibsbildern geredet, da einer unter ihnen anfing, daßer kein Weibsbild lieber sehen wollte, als die schöne Helenam aus Graccia,derowcgen die schöne Stadt Troja zu Grund gegangen wäre, sie müßte schöngewesen sein, weil sie so oft gcranbet worden, und wodurch solche Empörungentstanden wäre. Weil ihr denn so begierig seid, die schöne Gestalt derKönigin Hclcnac, Mcnelai Hausfrau, oder Tochter Tpndari und Lacdae,Castoris und PoiluciS Schwester (welche die schönste in Graccia gewesen seinsoll) zu sehen, will ich euch dieselbe fiirsteilcn, damit ihr persönlich ibrcn Geistin Form und Gestalt, wie sie im Leben gewesen, sehen sollt, dergleichen ichauch Kaiser Carolo Quinto aus sein Begehren, mit Fürstcllung KaiserAlexandri Magni und seiner Gemahlin, willfahren habe. Darauf verbotD. Faustus, daß keiner nichts reden sollte, noch vom Tische ausstehen, oder siezu empfahcn sich anmaßen, und geht zur Stube hinaus. Als er wieder hinein-geht, folgte ihm die Königin Helena auf dem Fuße nach, so wunderschön, daßdie Studenten nicht wußten, ob sie bei sich selbst wären oder nicht, so verwirrt