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5 (1855) Vermische Schriften : erste Abtheilung
Entstehung
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Erläuterungen.

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Eine leicht begreifliche Zngniß überfiel mich, als ich bedachte, daß ich zumeinem Ballete einen Stoff gewählt, dm bereits nnser großer WolfgangGoethe, und gar in seinem größten Meisterwerke, behandelt hat. Wäre esaber schon, gefährlich genug bei gleichen Mitteln der Darstellung mit einemsolchen Dichter zu wetteifern, wie viel halsbrcchcnder müßte das Unternehmensein, wenn man mit ungleichen Waffen in die Schranken treten wollte! Inder That, Wolfgang Goethe hatte, um seine Gedanken auszusprechen, dasganze Arsenal der redenden Künste zu seiner Verfügung, er gebot über alleTruhen des deutschen Sprachschatzes, der so reich ist an ausgeprägten Dcnk-worten des Tiessinns und uralten Naturlantcn der Gcmllthswclt, Zauber-sprüche, die im Leben längst verhallt, gleichsam als Echo in den Reimen desGoethe'schcn Gedichtes wiederklingen und des Lesers Phantasie so wunderbaraufregen! Wie kümmerlich dagegen sind die Mittel, womit ich Aermster aus-gerüstet bin, um das, was ich denke und fühle, zur äußern Erscheinung zubringen! Ich wirke nur durch ein magres Libretto, worin ich in aller Kürzeandeute, wie Tänzer und Tänzerinnen sich gehaben und geberden sollen undwie ich mir dabei die Musik und die Dekorazioncn ungefähr denke. Unddennoch Hab' ich es gewagt einen Doktor Faustus zu dichten in der Form einesBallets, riväiisirend mit dem großen Wolsgang Goethe, der mir sogar dieJugcndfrische des Stoffes vorweggenommen, und zur Bearbeitung desselbensein langes blühendes Miterleben anwenden konnte, während mir, dembekümmerten Kranken, von Ihnen, verehrter Freund, nur ein Termin vonvier Wochen gestellt ward, binnen welchen ich Ihnen mein Werk liefern mußte.

Die Grenzen meiner Darstellungsmittel konnte ich leider nicht überschreiten,aber innerhalb derselben habe ich geleistet, was ein braver Mann zu leisten

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