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5 (1855) Vermische Schriften : erste Abtheilung
Entstehung
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Es bildet sich der Brautzug mit hochzeitlichem Gepränge, und derselbe istschon auf dem Wege zur Kirche, als Mephistophcla plötzlich mit hohnlachen-den Geberden vor den Bräutigam tritt und ihn seinen idyllischen Gefühlenentreißt; sie scheint ihm zu befehlen ihr unverzüglich von hinnen zu folgen.Faust widersetzt sich mit hervorbrechendem Zorn, und die Zuschauer sindbestürzt über diese Scene. Doch noch größerer Schrecken erfaßt sie, als plötz-lich, auf Mephistophcla's Beschwörung, ein nächtliches Dunkel und dasschrecklichste Gewitter hereinbricht. Sie fliehen angstvoll und flüchten sich indie nahe Kirche, wo eine Glocke zu läuten und eine Orgel zu rauschen begin-nen, ein frommes Gedröhne, welches mit dem blitzenden und donnerndenHöllenspektakel ans der Scene contrastirt. Auch Faust hat sich wie die andernin den Schooß der Kirche flüchten wollen, aber eine große schwarze Hand, dieaus dem Boden hervorgriss, hat ihn zurückgehalten, während Mephistophcla,mit boshaft ckrinmphirender Miene aus ihrem Mieder das Pcrgamentblatthervorzieht, das der Doktor einst mit seinem Blute unterzeichnet hat; sie zeigtihm, daß die Zeit des Kontraktes verflossen sei und Leib und Seele jetzt derHölle gehöre. Vergebens macht Faust allerlei Einwendungen, vergebenslegt er sich zuletzt aufs Jammern und Bitten das Teufelsweib umtäuzcltihn mit allen Grimassen der Verhöhnung. Es öffnet sich der Boden und estreten hervor die grcnclhaften Höllenfürsten, die gekrönten und sccptcrtragendcnUngethüme. In jubelnder Ronde verspotten sie ebenfalls den armen Doktor,den Mephistophcla, die endlich sich in eine gräßliche Schlange verwandelt hat,mit wilder Umschlingung erdrosselt. Die ganze Gruppe versinkt unter Flam-mengcprassel in die Erde, während das Glockengeläuts und die Orgelklänge,die vom Dome her ertönen, zu frommen, christlichen Gebeten aufforden.