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Bcschworungssprüchen zu begleite». Alsbald verfinstert sich der HimmelBlitz und Donnerschlag, das Meer sluthct stürmisch empor, und auf der gan-zen Insel geschieht an Gegenständen und Personen die schauderhafteste Um-wandlung. Alles ist wie getroffen von Wetter und Tod: die Bäume stehenlaublos und verdorrt; der Tempel ist zu einer Ruine zusammengesunken; dieBildsäulen liegen gebrochen am Boden; die Königin Helena sitzt als einefast zum Gerippe entfleischte Leiche in einem weißen Laken zur Seite des Faust;die tanzenden Frauenzimmer sind ebenfalls nur noch knöcherne Gespenster, ge-hüllt in weiße Tücher, die über den Kopf hängend nur bis aus die dürren Len-den reichen, wie man die Lamien darstellt, und in dieser Gestalt setzen sie ihreheitern Tanzpositnren und Rondcn fort, als wäre gar nichts passirt, und siescheinen die ganze Umwandlung durchaus nicht bemerkt zu haben. Faust istaber bei diesem Bcgcbniß, wo all sein Glück zertrümmert ward durch die Racheeiner eifersüchtigen Hexe, aufs höchste gegen dieselbe erbost; er springt vomThron herab, mit gezogenem Schwerte, und bohrt es in die Brust der Her-zogin.
Mcphistophela hat die beiden Zaubertrappen wieder herbeigeführt, sie treibtden Faust angstvoll an, sich schnell aufzuschwingen und reitet mit ihm davondurch die Luft. Das Meer brandet unterdessen immer hoher, es überschwemmtallmählig Menschen und Monumente, nur die tanzenden Lamien scheinennichts davon zu merken, und bei heitern Tambourinklängen tanzen sie bis zumletzten Augenblick, wo die Wellen ihre Köpfe erreichen und die ganze Inselgleichsam im Wasser versinkt. Ucber das sturmgcpcitschte Meer, hoch oben inder Lust, sieht man Faust und Mephistophela aus ihren schwarzen Gäulendahin jagen.
Fünfter A ü t.
Ein großer freier Platz vor einer Kathedrale, deren gothischcs Portal imHintergründe sichtbar. Zu beiden Seiten zierlich geschnittene Lindenbäumc;unter denselben links sitzen zechende und schmausende Bürgersleute, gekleidet inder niederländischen Tracht des sechzehnten Jahrhunderts. Unfern sieht manauch mit Armbrüsten bewaffnete Schützen, die nach einem aus einen hohenPfahl gepflanztcn Vogel schießen. Ucberall Kirmeßjubel: Schaubuden, Mu-sikanten, Puppenspiel, umherspringende Pickclhäringe und fröhliche Gruppen.In der Mitte der Sccne ein Rasenplatz, wo die Honoratioren tanzen. —
Der Vogel ist herabgeschossen und der Sieger halt als Schützenkönig seinenTriumphzug. Eine feiste Bierbrauerfigur, aus dem Haupte eine enormeKrone, woran eine Menge Glöckchen, Bauch und Rücken behängt mit großenSchilden von Goldblech; und solchermaßen mit Geklingel und Gerassel ein-