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gothischcn Wüste, der nur eine plump schnöde Verhöhnung der kirchlichenAsketik, ihm aber eben so unerquicklich sei wie letztere. Er empfindet eine un-endliche Sehnsucht nach dem Reinschöncn, nach griechischer Harmonie, nachden uneigennützig edlen Gestalten der Homerischen Frllhlingswclt! Mephi-stophcla versteht ihn, und mit ihrem Zauberstab den Boden berührend, laßt siedas Bild der berühmten Helena von Sparta daraus hervorsteigcn und sogleichwieder verschwinden. Das ist es, was das gelehrte, nach antikem Ideal dur-stende Herz deS Doktors begehrte; er giebt seine volle Begeisterung zu erken-nen, und durch einen Wink der Mephistophcla erscheine» wieder die magischenRosse, worauf beide davon fliegen. In demselben Momente erscheint dieHerzogin wieder auf der Seme; sie bemerkt die Flucht des Geliebten, gerathin die unsinnigste Verzweiflung und fallt ohnmachtig zu Boden. In diesemZustande wird sie von einigen wüsten Gestalten aufgehoben und mit Scherzund Possen, wie im Triumphe, unihergctragcn. Wieder Hexen-Ronde, dieplötzlich unterbrochen wird von dem gellenden Klang eines Glöckchens und einemOrgel-Choral, der eine verruchte Parodie der Kirchenmusik ist. Alles drängtsich zum Altar, wo der schwarze Bock in Flammen aufgeht und prasselnd ver-brennt. Nachdem der Vorhang schon gefallen, hört man noch die grauscnhastburlesken Frcveltönc der Satansmcssc.
Vierter Akt.
Eine Insel im Archipel. Ein Stück Meer, smaragdfarbig glänzend, istlinks sichtbar und scheidet sich lieblich ab von dem Turkoiscnblau des Himmels,dessen sonniges Tageslicht eine ideale Landschaft überstrahlt: Vegctazion undArchitekturen sind hier so griechisch schön wie sie der Dichter der Odyssee einstgeträumt. Pinien, Lorbccrbüsche, in deren Schatten weiße Bilderwcrke ruhen;große Marmorvascn mit fabelhaften Pflanzen; die Bäume von Blumen-guirlanden umwunden; kristallene Wasserfälle; zur rechten Seite der Sceneein Tempel der Venus Aphrodite, deren Statue aus den Säulengängen her-vorschimmert; und das alles belebt von blühenden Menschen, die Jünglingein weißen Festgcwandcn, die Jungfrauen in leichtgeschürzter Nymphentracht,ihre Häupter geschmückt mit Rosen oder Myrthcn, und theils in einzelnenGruppen sich crlnstigcnd, theils auch in cercmoniösen Reigen vor dem Tempelder Göttin mit dem Frcudcndienste derselben beschäftigt. Alles athmet hiergriechische Heiterkeit, ambrosischen Götterfnedcn, klassische Ruhe. Nichts er-innert an ein neblichtes Jenseits, an mystische Wollust- und Angstschancr, anüberirdische Ertase eines Geistes, der sich von der Körperlichkeit emanzipirt:hier ist alles reale plastische Seligkeit ohne retrospektive Wchmuth, ohne ah-