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5 (1855) Vermische Schriften : erste Abtheilung
Entstehung
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phistophela hat unterdessen ebenfalls einen erwarteten Gespons gefunden, einendürren Junker in schwarzer, spanischer Manteltracht und mit einer blutrothcnHahnenfeder aus dem Barett; doch während Faust und die Herzogin die ganzeStufenleiter einer wahren Leidenschaft, einer wilden Liebe, durchtanze», istder Zweitanz der Mcphistophela und ihres Partners, als Gegensatz, nur derbuhlerische Ausdruck der Galanterie, der zärtlichen Lüge, der sich selbst persifli-rcndcn Lüsternheit. Alle vier ergreifen endlich schwarze Fackeln, bringen inder obenerwähnten Weise dem Bocke ihre Huldigung, und schließen sich zuletztder Ronde an, womit die ganze vermischte Gesellschaft den Altar nmwirbclt.Das Eigcnthümliche dieser Ronde besteht darin, daß die Tänzer einander denRücken zudrehen, und nicht das Gesicht, welches nach Außen gewendet bleibt.

Faust und die Herzogin, welche dem Ringelreihen entschlüpfen, erreichen dieHöhe ihres LicbctaumelS und verlieren sich hinter den Bäumen zur rechtenSeite der Sccnc. Die Ronde ist beendet und neue Gäste treten vor denAltar und begehen dort die Adorazion des BockS; es sind gekrönte Häupterdarunter, sogar Großwürdcnträger der Kirche in ihren geistlichen Ornaten.

Im Vordergrunde zeigen sich mittlerweile viele Mönche und Nonnen, undan ihren extravaganten Polkasprüngen erquicken sich die dämonischen Zu-schauer auf den Bergspitzcn und sie applaudircn mit lang hcrvorgestrccktcnTatzen. Faust und die Herzogin kommen wieder zum Vorschein, doch seinAntliß ist verstört, und verdrossen wendet er sich ab von dem Weibe, das ihnmit den wollüstigsten Karessen verfolgt. Er giebt ihr seinen Ucberdrnß undWiderwillen in unzweideutiger Weise zu erkennen. Vergebens stürzt flehent-lich die Herzogin vor ihm nieder; er stößt sie mit Abscheu zurück. In diesemAugenblicke erscheinen drei Mohren in goldnen Wappenröcken, worauf lauterschwarze Böcke gestickt sind; sie bringen der Herzogin den Befehl sich unver-züglich zu ihrem Herrn und Meister Satanas zu begeben, und die Zögerndewird mit Gewalt fortgeschleppt. Man sieht im Hintergründe wie der Bockvon seinem Postamente herabsteigt und, nach einigen sonderbaren Compli-mcntirungcn, mit der Herzogin ein Menuet tanzt. Langsam gemessene ccre-moniösc PaS. Auf dem Antlitz des Bockes liegt der Trübsinn eines gefalle-nen Engels und der tiefe Ennui eines blasirten Fürsten; in allen Zügen derHerzogin verräth sich die trostloseste Verzweiflung. Nach Beendigung desTanzes steigt der Bock wieder auf sein Postament; die Damen, welche diesemSchauspiel zugeschen, nahen sich der Herzogin mit Knix und Huldigung undziehen dieselbe mit sich fort. Faust ist im Vordergrunde stehen geblieben, undwährend er jenem Mennct zugeschaut, erscheint wieder an seiner Seite Mc-phistophela. Mit Widerwillen und Ekel zeigt Faust auf die Herzogin undscheint in Betreff derselben etwas Entsetzliches zu erzählen; er bezeugt über-haupt seinen Ekel ob all dem Fratzcntrciben, das er vor sich sehe, ob all dem

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