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5 (1855) Vermische Schriften : erste Abtheilung
Entstehung
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nischtcr Ritter. Indem die Höflinge sich gegen diese zu ihrer Vertheidigungumwenden, fliegen Faust und Mephistophcla durch die Luft davon, auf zweischwarzen Rossen, die ans dem Boden hervorgekommen. Im selben Augen-blick zerrinnt, wie eine Phantasmagoric, auch die bewaffnete Rittcrschaar.

Dritter Akt.

Nächtlicher Schauplatz des Hcrcn-Sabbaths: Eine breite Bcrgkoppe; zubeiden Seiten Bäume, an deren Zweigen seltsame Lampen hängen, welchedie Scene erleuchten; in der Mitte ein steinernes Postament, wie ein Altar,und darauf steht ein großer schwarzer Bock mit einem schwarzen Menschcn-antlitz und einer brennenden Kerze zwischen den Hörnern. Im HintergrundeGcbirgshöhcn, die einander überragend, gleichsam ein Amphitheater bilden,aus dessen kolossalen Stufen als Zuschauer die Notabilitätcn der Unterweltsitzen, ncmlich jene Höllenfürsten, die wir in den vorigen Akten gesehen unddie hier noch riesenhafter erscheinen. Auf den erwähnten Bäumen hockenMusikanten mit Vogclgesichtern und wunderlichen Saiten- und Blasinstru-menten. Die Scene ist bereits ziemlich belebt von, tanzenden Gruppen, derenTrachten an die verschiedensten Länder und Zeitalter erinnern, so daß dieganze Versammlung einem Maskenball gleicht, um so mehr, da wirklich vieledarunter verlarvt und vermummt sind. Wie barock, bizarr und abenteuerlichauch manche dieser Gestalten, so dürfen sie dennoch den Schönheitssinn nichtverletzen, und der häßliche Eindruck des Fratzenwcsens wird gemildert oderverwischt durch mährchcnhaftc Pracht und positives Grauen. Bor dem Bocks-altar tritt ab und zu ein Paar, ein Mann und ein Weib, jeder mit einerschwarzen Fackel in der Hand, sie verbeugen sich vor der Rückseite des Bocks,knieen davor nieder und leisten das Homagium des Kusses. Unterdessenkommen neue Gäste durch die Luft geritten, auf Besenstielen, Mistgabeln,Kochlöffeln, auch auf Wölfen und Katzen. Diese Ankömmlinge finden hierdie Buhlen, die bereits ihrer harrten. Nach freudigster Willkomm - Be-grüßung mischen sie sich unter die tanzenden Gruppen. Auch Ihre Durch-laucht die Herzogin kommt auf einer ungeheuren Fledermaus herangeflogen;sie ist so entblößt als möglich gekleidet und trägt am rechten Fuß den güldenenSchuh. Sie scheint Jemanden mit Ungeduld zu suchen. Endlich erblickt sieden Ersehnten, nämlich Faust, welcher mit Mephistophcla auf schwarzenRossen zum Feste heranfliegt; er trägt ein glänzendes Rittergcwand und seineGefährtin schmückt das züchtig enganliegende Amazoncnkleid eines deutschenEdclfräulcins. Faust und die Herzogin stürzen einander in die Arme undihre überschwcllende Inbrunst offenbart sich in den verzücktesten Tänzen. Me-