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Wirkuftgen. Dampfbildung.
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dadurch wohl ohne Widerrede das ausgesprochene Urtheil ge-rechtfertigt, wonach der Dampf niemals bei praktischer Anwen-dung eine gleiche Gewalt ausüben und gleiche oder auch nurentfernt nahe kommende Leistungen gewähren kann. Wir dür-fen auch annehmen, dafs dieses durch die Erfahrung bestätigtist; denn wenn der Dampf wirklich das leisten könnte, wasvon ihm versprochen wurde, so hätte man in den vielen seit-dem verflossenen Jahren längst Anwendung davon gemacht.Durch Privatmittheilungen ist mir bekannt geworden, dafs auchin den österreichischen Staaten ein Künstler eine solche Kanoneverfertigte, welche auf gleiche Weise, als die späteren vonPerkins, mit einem Magazine versehen war, aus welchem andie Stelle der eben fortgeschleuderten Kugel sofort eine anderetrat, wonach also zwar viele Kugeln schnell hinter einanderabgeschossen wurden, allein die eigentliche Schwierigkeit derAufgabe liegt darin, Dampf von hinlänglicher Elasticität über-haupt und insbesondere so zu bereiten, dafs die Wandungender Gefäfse bei der nothwenig gesteigerten Plitze hinlänglichenWiderstand leisten, was nach dem jüngsten Beispiele des Zer-platzens von Thilorier’s Apparate (§. 470) nicht ohne Ge-fahr versucht werden kann.
Unterdefs ist dieses Problem einer gründlichen Untersuchungdurch Piiechtl * unterworfen worden. Dieser berechnet aus denBestandtheilen des Schiefspulvers, dafs die daraus entwickeltenGase beiO°C. einen 416,6fachen Raum einnehmen 1 2 , und wenndann die Menge Wärme, welche durch das Verbrennen derKohle entsteht, und zugleich die specifische Wärme der er-zeugten Gase zum Grunde gelegt wird , so* würden die letztemauf eine Temperatur von 8984°C. gebracht werden, was nachPhechtl beiläufig die Weifsglühhitze einer Schmiedeesse seynsoll. Durch diese exorbitante Hitze würde dann das Gas auf14490 Atmosphären Druck gebracht werden; allein hierbei istdie Wärmeentziehung durch die Wandungen nicht in Abzug ge-bracht worden, verbrennendes Schiefspulver zeigt keine Weifsglüh—hitze, ungefähr nur helles Kirschrothglühen, und diesem ge-hören nach P ouillet (§. 165) nur etwa 1000° C. zu. Wennwir also hiernach das wirkliche Glühen des Schiefspulvergases
1 Jahrbücher des Wiener polyt. Instituts Bd. IX. S. 1.
2 Yergl. Art. Schiefspulver, Bd. IX. 3. 524,
X. Bd. Ccoc