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Krämei’waage.
pßndlichkeit , auch wohl Feinheit genannt, die der Trägheitoder Faulheit derselben entgegenstellt, wonach aber zugleichdie Richtigkeit bemessen wird, indem diese nur bis so weitbestimmbar ist, als die Feinheit reicht. Die Feinheit einerWaage wird bestimmt durch die Gröfse desjenigen Gewichts,welches in eine der beiden Schalen gelegt den Zustand desGleichgewichts aulhebt und das Niedersinken des einen Armesbewirkt. Die nachfolgenden Betrachtungen werden indefs zei-gen, dafs eine Waage nothwendig um so viel träger werdenmufs, je gröfsere Lasten zu wiegen sie bestimmt ist, und manmil'st daher die Feinheit nach dem aliquoten Theile der ganzenLast, welche sie ohne Gefahr ihrer Beschädigung in jederSchale 1 zu tragen vermag, und die man das Totalgewicht , sowie die Fähigkeit der Waage, so viel darauf zu wägen, ihreTragkraft zu nennen pflegt, wodurch also ein sicheres Mafs dieserBestimmung gegeben wird. Man mufs in der That bewundern,wie weit in dieser Beziehung die Kunstfertigkeit der neuernZeit der der altern vorausgeeilt ist 2 . So werden unter dendurch ihre Feinheit ausgezeichneten Waagen, die ehemals vor-züglich in England verfertigt wurden, genannt: die von Bur,—ton 3 -nnnnfj von Reads 4 ttgütjo j vou Whitehuhst 5
1 So viel icli weifs, gilt als Totalgewicht der Waage, wonachihre Tragkraft bestimmt wird, diejenige Last, welche man auf der-selben in einer Schale durch Gegengewichte in der andern zu wägenvermag; nach Tiialles in G. XXIX. 446 wird hierdurch das Doppeltehiervon, also die ganze Last, womit die Krämerwaage beschwert ist,bezeichnet.
2 Vergl. Parkinson System of Mechanics p. 134. Verschiedene,als vorzüglich gut genannte, den jetzigen Forderungen jedoch nichtgenügende Constructionen, als die von Ij’ödicke in G. I. 123, vonHauff in G. G. Schmidt’s physikalischen Abhandlungen u. s. w, über-gehe ich mit Stillschweigen. Die von Tralles angegebene, von Men-delssohn in G. XXIX. 123 beschriebene, verdient jedoch Berücksich-tigung , zugleich aber insbesondere das, was Tralles in G. XXIX.443 über den Bau der Krämerwaage überhaupt sagt. Dafs schonAristoteles sich einer sehr empfindlichen Waage bedient habe, wirdwohl nicht mit Unrecht aus den Resultaten seiner Wägungen derLuft geschlossen. S. G. XVI. 389.
3 Philos. Trans. T. LXYI. p. 50.
4 Ebend. p. 511.
5 Ebend. p. 576.