Druckschrift 
1 (1906)
Entstehung
Seite
321
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gllliert. Ich mag nun ein Amt nehmen oder nichtnehmen, für mein Lebensbedürfnis ist gesorgt. Ichbrauche nicht mal zu schreiben, wo ich nicht will. DieAnnalen" redigiere ich mit IW. Lindner, sowie ich aucheinige Hauptartikel desAuslandes" redigiere. SeienSie ohne Sorge, Campe, der dritteReisebilder"-Bandleidet nicht darunter, und ihm sollen meine besten Stun-den gewidmet sein. Wären nicht dergleichen Rücksichtengewesen, so hätte ich mich vielleicht beschwätzen lasten,dasMorgenblatt", besten Redakteur eben gestorben,oder die Hauptredaktion desAuslandes" zu übernehmenund dabei sehr, sehr viel Geld zu verdienen. Aber ichwill frei sein, und wenn das Klima wirklich so fürchter-lich ist, wie man mir droht, will ich nicht gefesselt sein;finde ich meine Gesundheit gefährdet, so packe ich meinenKoffer und reise nach Italien. Ich werde nirgends ver-hungern, an Ehrenbezeugungen usw. liegt mir wenig,und ich will am Leben bleiben. Überall aus meinerReise fand ich dieReisebilder" en vogue, überall Enthu-siasmus, Klage und Staunen, und ich hätte wirklich nichtgeglaubt, schon so berühmt zu sein. Das Hab' ich zweiMenschen zu verdanken: dem H. Heine und dem JuliusCampe. Diese beiden sollen auch zusammenhalten. Ichwenigstens werde so leicht nicht aus Verbesserungssuchtund Gewinnsucht mich umändern. Ich denke, wir wer-den alt zusammen werden und uns immer versteh».Nehmen Sie jetzt, wo ich doch unabhängiger als frühersituiert bin, meine Versicherung unwandelbarer Ge-sinnung. Ich bin jetzt mit Ihnen zufrieden doch ichschreibe heut konfus, ich wollte eigentlich sagen, daß icheben jetzt, wo ich berühmt geworden, das Schicksal deut-

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