850
Auch dich erkenn' ich, Pallas Athene!
Mit Schild und Weisheit konntest du nicht
Abwehren das Göttcrverderben?
Auch dich erkenn' ich, auch dich, Aphrodite,
Einst die goldene! jetzt die silberne!
Zwar schmückt dich noch immer des Gürtels Liebreiz,
Doch graut mir heimlich vor deiner Schönheit,
Und wollt' mich beglücken dein gütiger Leib,
Wie andere Helden, ich stürbe vor Angst —
Als Leichengöttin erscheinst du mir,
Venus Libitina!
Nicht mehr mit Liebe blickt nach dir,
Dort, der schreckliche Ares.
Es schaut so traurig Phöbos Apollo,
Der Jüngling. Es schweigt seine Ley'r,
Die so freudig erklungen beim Göttermahl.
Noch trauriger schaut Hephaistvs,
Und wahrlich, der Hinkende! nimmermehr
Fällt er Hebe'n in's Amt,
Und schenkt geschäftig, in der Versammlung,
Den lieblichen Nektar — Und längst ist erloschen
Das unauslöschliche Göttergelächter.
Ich Hab' Euch niemals geliebt, Ihr Götter!
Denn widerwärtig sind mir die Griechen,
Und gar die Römer sind mir verhaßt.