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Buch der Lieder
Entstehung
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349
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Staunend, und seltsam geblendet, betracht' ichDas lustige Pantheon,

Die feierlich stummen, grau'nhaft bewegtenRiesengestalten.

Der dort ist Kronion, der Himmelskönig,

Schneeweiß sind die Locken des Haupts,

Die berühmten, olymposerschütternden Locken.

Er hält in der Hand den erloschenen Blitz,

In seinem Antlitz liegt Unglück und Gram,

Und doch noch immer der alte Stolz.

Das waren bessere Zeiten, o Zeus,

Als du dich himmlisch ergötztest

An Knaben und Nymphen und Hekatomben;

Doch auch die Götter regieren nicht ewig,

Die jungen verdrängen die alten,

Wie du einst selber den greisen Vater

Und deine Titanen-Oehme verdrängt hast,

Jupiter Parricida!

Auch dich erkenn' ich, stolze Juno!

Trotz all deiner eifersüchtigen Angst,

Hat doch eine Andre das Zepter gewonnen,

Und du bist nicht mehr die Himmelskön'gin,

Und dein großes Aug' ist erstarrt,

Und deine Liljenarme sind kraftlos,

Und nimmermehr trifft deine Rache

Die gottbefruchtete Jungfrau

Und den wunderthätigen Gottessohn.