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Buch der Lieder
Entstehung
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252
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Als sey sie von Kristall, und seh' das Grausen,Das mit dem freud'gen Grüne zu bedeckenDer Mai vergeblich strebt. Ich seh' die Todten;Sie liegen unten in den schmalen Särgen,

Die Hand' gefaltet und die Augen offen,

Weiß das Gewand und weiß das Angesicht,Und durch die Lippen kriechen gelbe Würmer.Ich seh', der Sohn setzt sich mit seiner BuhleZur Kurzweil nieder auf des Vaters Grab;Spottlieder singen rings die Nachtigallen;Die sanften Wiesenblümchen lachen hämisch;Der todte Vater regt sich in dem Grab';Und schmerzhast zuckt die alte Mutter Erde.

Du arme Erde, deine Schmerzen kenn' ich!Ich seh' die Gluth in deinem Busen wühlen.Und deine tausend Adern seh' ich bluten,

Und seh', wie deine Wunde klaffend aufreißt,Und wild hervorströmt Flamm' und Rauch und Blut.Ich sehe deine trotz'gen Niesensöhne,

Uralte Brut, aus dunkeln Schlünden steigendUnd rothe Fackeln in den Händen schwingend;Sie legen ihre Eisenleiter an,

Und stürmen wild hinauf zur Himmelsveste;Und schwarze Zwerge klettern nach; und knisterndZerstieben droben alle goldnen Sterne.

Mit frecher Hand reißt man den goldnen Vorhang