IX
den und wartete; doch als des Wartens kein Endenahm, schüttelte sie ungeduldig den Kopf, sah Varn-hagen an, und starb schnell — um desto schnelleraufcrstehn zu können. Sie mahnt mich an die Sagejener anderen Rahcl, die aus dem Grabe hervorsticgund an der Landstraße stand und weinte, als ihreKinder in die Gefangenschaft zogen.
Ich kann ihrer nicht ohne Wehmuth gedenken,der liebreichen Freundin, die mir immer die unermüd-lichste Thcilnahme widmete, und sich oft nicht wenigfür mich ängstigte, in jener Zeit meiner jugendlichenUcbermüthen, in jener Zeit als die Flamme der Wahr-heit mich mehr erhitzte als erleuchtete . . .
Diese Zeit ist vorbei! Ich bin jetzt mehr er-erleuchtet als erhitzt. Solche kühle Erleuchtung kommtaber immer zu spät bei den Menschen. Ich sehejetzt im klarsten Lichte die Steine über welche ichgestolpert. Ich hätte ihnen so leicht ausweichenkönnen, ohne darum einen unrechten Weg zu wandeln.Jetzt weiß ich auch, daß man in der Welt sich mitAllem befassen kann, wenn man nur die dazu nöthigcn