schicken. Die Veränderung, die ich drin vornahm, istgewiß ein Zeugnis meiner inneren Demut und meinerLiebe für das Bessere; ich habe nämlich unter den88 Liedern der „Heimkehr" diejenigen ausgeschieden, dieden Schwachen im Lande als anstößig erscheinen könn-ten, und ersetzte sie aufs tugendhafteste; die folgendenspanischen Romanzen und die grellen Jamben unter-drückte ich ganz; in der „Harzreise" habe ich ebenfallsalles Allzuherbe ausgemerzt; und somit den gewonnenenPlatz mit der zweiten Abteilung der Seebilder gefüllt.Das Buch gewinnt dadurch an Symmetrie und Präscn-tierbarkeit. Im zweiten Bande werde ich die mangeln-den Seebilder und „Berliner Briefe", die ich weg-schmeiße, durch Darstellungen aus England, so Sie schonkennen, ersetzen. Im dritten Bande wird auch der Grafherausgeschmissen, und somit, denke ich, werden die„Reisebilder" ein respektables Standwerk. Mein Geniusbedroht mich freilich mit einem vierten Band — ich weißnoch nicht, ob ich mich in solch Schicksal christlich ergebe.— Die Notiz im „Korrespondenten" über einen Platen-schen Prozeß habe ich selbst befördert, als ich hörte, daßein Graf Fugger in Berlin die Plateniana in solcherHinsicht betreibe. Die Noblesse hat Geld zusammen-geschossen, weiß aber noch nicht, was sie damit anfangensoll. Es wäre mir erwünscht, wenn dergleichen Volkeinmal in corpore gegen mich aufträte und die 13 Bühnen-dichter-Dummheit gegen mich losließe.
Leben Sie wohl, behalten Sie, Frau von Varn-hagen, mich besonders lieb und teuer. Ich liebe Siebeide sehr — habe aber nicht genug Papier, um zusagen wie.
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