Druckschrift 
1 (1906)
Entstehung
Seite
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Fürsten mehrmals solcherart zusammengetroffen, ohnedie Gelegenheit zu benutzen, ihn zu sprechen und michihm zu empfehlen für den Fall, daß ich mal unter seinerRegierung aus die Festung käme. Es ist seltsam, beimAnblick von Kronprinzen denken wir immer an das Böse,welches sie einst tun können, und nicht an das Gute,welches sie wahrscheinlich tun werden. Der Menschfürchtet immer mehr, als er hofft, und so fürchte ich,dieser Brief wird zu lang, und ich schließe.

131. An Rahel Varnhagen von Ense.

Berlin, den 4. April 18L9.

Frau von Varnhagen!

Wenn ich gar so großen Wert darauf legte, daßich zu Ihnen komme, so wollten Sic mich gar nichthaben." Dies sagten Sie mir gestern, wenigstensdem Sinne nach, wenn auch nicht mit denselben Wor-ten. Indem ich noch heute morgen darüber nachdachte,mußte ich mir leider gestehen, daß ich seit zwei Jahrenvon anderen Freundinnen sehr verwöhnt worden bin,indem diese immer froh waren, wenn sie mich nur habenkonnten, gleichviel unter welcher Bedingung, gleichvielwie überhoch ich mich selbst schätzte. Es wird gewiß einegeraume Zeit dauern, bis ich besser gewöhnt werde undso tief in meiner Selbstschätzung herabsinke, wie Siemich brauchen können. Bis dahin werden Sie sich wohlmit ebenso hochgeschätztem Federvolk, das so schnatternkann, wie man es eben braucht und in jeden beliebigenKäfig paßt, behelfen müssen.

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