Druckschrift 
1 (1906)
Entstehung
Seite
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Sie werden mich für einen eitlen Mann erklären.Immerhin! Die Folge mag ausweisen, daß ich für einedleres Interesse meine Privateitelkeit und allen äußerenSchein zum Opfer bringen kann. Ich verharre, inder Wahrheit meines Herzens, Frau von Varnhagen!

Ihr Freund

H. Heine.

132. An Moses Moser.

Potsdam, den SS. April 18SS.

Diese Zeilen haben nur zum Zweck, Dir meineAdresse mitzuteilen. Ich wohne nämlich seit vorigenFreitag hier bei Herrn Witte auf dem hohen Weg Nr. 12.

Ich befinde mich wohl und denke und arbeite.Ach Gott! wenn ich bedenke, wie wenig ich seit sechsMonaten gedacht und gearbeitet habe, so habe ich guteGründe, zu denken und zu arbeiten.

Ich sehe hier nichts, als Himmel und Soldaten.Bücher sind hier genug, sowie auch Zeitungen. Ich lasgestern, wie auch in Paris ein Dutzend Bühnendichtersich vereinigt, um einen Geniestreich zu machen. Nämlichdie Bittschrift an den König wegen der gefährlichenNomantik.

Die Dummheit der Menschen ist immer dieselbe,nur überall modifiziert nach Zeit und Ort. Es gibt keineneue Dummheit unter der Sonne, hätte Salomo sagenkönnen.

Schicke mir meine Briefe, sobald deren für michankommen. Ich bitte Dich, frage nach in meinem

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