Druckschrift 
1 (1906)
Entstehung
Seite
342
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schaftlichc Phantasie genug, um hundert Ursachen zuerdenken, weshalb ich keinen Brief von Ihnen vor-fand. Und vielleicht trage ich selbst die Schuld, Siehaben vielleicht zu der Zeit, wo ich Ihnen schrieb, daßich hier sein würde, mir die Ausfertigung des könig-lichen Dekrets nicht anzeigen können, und glaubten, ichwürde jetzt nicht mehr in Florenz sein. Die ErwartungIhres Briefes hat mich nun freilich bestimmt, einige Zeithier zu bleiben, nämlich bis ich Brief von Ihnen habe.Dies ist kein Unglück, Florenz wird mir unterdessen genugUnterhaltung geben. Lieber Schenk, ich weiß, ebenso-wenig wie ich, sind Sie Freund vom Briefschreiben, abersolange ich nichtIssürete cke Ig surele habe, wie sich Herrvon Savigny ausdrückt, solange ich nicht die Ausferti-gung des Dekrets habe, lebe ich in einer gewissen Un-bestimmtheit, die sehr unbequem ist. Ich habe z. B. bisjetzt noch nicht an Cotta geschrieben; erst wenn ich IhrenBrief erhalte, schreib' ich ihm meinen Entschluß, eineneue Zeitschrift unter meinem Namen statt derAnnalen"Januar vom Stapel laufen zu lassen, alsdann muß ichauch Januar wieder in München sein usw. Sie sehen,es ist nicht bloß meine kindische Eitelkeit, sondern auchdie Notwendigkeit, weshalb ich Sie um schleunige Ant-wort dränge. Schreiben Sie mirposte restsntein Flo-renz. Ich weiß, Sie haben genug zu tun, deshalb ver-lange ich nur wenige Zeilen. Ihre Tragödien müssenjetzt gewiß schon aus der Presse sein, und da ich sie vonIhnen selbst haben will und an die kleinklatschende Buch-handlung nicht deshalb schreiben möchte, müssen Siemir das Buch per fahrender Post hierherschicken, eben-falls poste restgnte. Und ich würde noch mehr schrei-

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