Druckschrift 
1 (1906)
Entstehung
Seite
340
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alter Christ, und sollte mich lieben, und mich nicht ausder Achtung der Menschen herauszulächeln suchen.

Grüßen Sie mir Onkel Henry recht herzlich.

Und nun leben Sie wohl! Es ist gut, daß ich Ihnennicht sagen kann, wo ein Antwort von Ihnen mich treffenwürde; Sie sind um so eher überzeugt, daß dieser BriefSie in keiner Hinsicht belästigen soll. Er ist bloß einSeufzer. Es ist mir leid, daß ich diesen Seufzer nichtfrankieren kann, er wird Ihnen Geld kosten wiederneuer Stoff zu Klagen. Adieu, teurer, guter, groß-mütiger, knickriger, edler, unendlich geliebter Onkel!

129. An Eduard von Schenk.

Florenz, den t. Oktober 18S8.

Diesen Morgen um 7 Uhr bin ich hier angelangt,und mein erstes war, nach der Post zu eilen und dafinde ich keinen Brief von meinem lieben Schenk. ZumGlück ist die Post hier auf dem Markt, und der Marktvon Florenz ist der herrlichste und interessanteste Anblick,den nur ein Mensch finden kann. Die Altertümlichkeit,die bedeutungsvollen Statuen, die hohen Arkaden, dieGroßartigkeit, dabei dennoch überall der Hauch alt-florentinischer Grazie, überall Blüte des Medicäertums,und gar oben im Palast Uffizi die griechischen Götter-wohnungen! Ich will Ihnen freimütig gestehen, imBoudoir der medicäischen Venus vergaß ich Schenk undseinen Brief. Es war aber doch nicht die uralte zu-sammengeflickte Göttin der Liebe, die mich so gewaltig

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