Druckschrift 
1 (1906)
Entstehung
Seite
339
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Geldbeutel hinein, der nicht einmal von allzu großerFassungskraft zu sein brauchte, und sie gingen sogarmit Bequemlichkeit hinein. Und ich setze den Fall, dergraue Sack wäre zu klein, um Salomon Heines Klagengegen mich fassen zu können, und der Sack risseglauben Sie wohl, Onkel, daß das ebensoviel bedeutet,als wenn ein Herz reißt, das man mit Kränkungen über-stopft hat?

Doch genug, die Sonne scheint heute so schön, undwenn ich zum Fenster hinausblicke, so sehe ich nichtswie lachende Berge mit Weinreben. Ich will nichtklagen, ich will Sie nur lieben, wie ich immer getan,ich will nur an Ihre Seele denken und will Ihnen ge-stehen, daß diese doch noch schöner ist, als all die Herr-lichkeit, die ich bis jetzt in Italien gesehen.

Leben Sie wohl und grüßen Sie mir Ihre Familie,Hermann, Karl und die niedliche Therese. Bedingter-weise habe ich mich über ihre Vermählung gefreut.Nächst mir selber hätte ich sie keinem lieber gegönnt, wiedem Dr. Halle. Tilly ist jetzt so gut bei mir wie beiEuch; überall folgte mir das liebliche Gesicht, besondersam Mittelländischen Meer. Ihr Tod hat mich beruhigt.Zch wollte nur, ich hätte einiges von ihren Schriftzügen.Daß wir die süßen Züge auf keinem Gemälde auf-bewahren, ist jammerschade. Ach! es hängt so manchesüberflüssiges Gesicht an der Wand.

Moritz Oppenheimer zu grüßen. Ich liebe ihn zwarnicht, obgleich ich als Christ sogar meine Feinde liebensollte; aber ich bin erst ein junger Anfänger in der christ-lichen Liebe. Moritz Oppenheimer ist aber schon ein

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