126. An Eduard von Schenk.
Jetzt erst schreib' ich — denn jetzt erst komme icheinige Momente zur Besinnung und vermag mit Sicher-heit Ihnen den Ort zu bestimmen, wo mich Ihr Brieftreffen kann, (worin Sie mir die längst erwartete freudige
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Werkes anreizte, als daß sie dessen Inhalt erklärte.Ersteres habe ich erfolgreich bewirkt. Ich ließ einigeSchock Abdrücke von meiner Rezension machen und ver-sandte sie als Privatmitteilung. In Berlin hat manmeine Ansichten über Goethe am feinsten verstanden undZetcr geschrien. Niederträchtig sind die Ausfälle aufSie im „Berliner Konversationsblatt". Wie Sie leichtbegreifen, sie sind von Friedrich Förster. Sein Bruder,der hiesige Förster, der stinkige Maßmann, einige Pro-fessoren des philosophischen Vereins — aber ich werdeselbst ein Waschweib und gerate ins Schwatzen. DieserFörster ist ein jämmerlicher Patron und spielt den Ver-teidiger Goethes. Es ist ein trister Anblick, wenn derEsel sich spanischen Pfeffer in den Steiß steckt, um inEkstase zu geraten und desto besser den wütenden Cham-pion des Löwen machen zu können. Sie haben gewißsein V—A schon gelesen, sowie auch den honetten Auf-satz von Will. Aleris. Dieser behandelt Sie mit Würde,die ihn selbst ehrt. Es ist traurig, wenn solch ein Besserermit einem Förster zusammen redigieren muß. Ichglaube, es steht in der Bibel, man solle nicht ein Pferdmit einem Ochsen vor denselben Pflug spannen; wievielweniger erst als Redaktoren vor dasselbe Journal.