gönnen. Ich klage, ja, ich klage, selbst auf die Gefahrhin, daß man meinen Klagen nicht glaubt. Wer nichtsdurch seine Klagen gewinnen kann, dem sollte man dochglauben. Ich danke Dir für Deine Berichtungen, ab-sonderlich die Therese Heineschen. Ich habe die Nachrichtder Verlobung dieser Verwandten bloß von meinen Elternund Dir erhalten. Treibe doch meinen Bruder, daß er mirschreibe, bald, bald; ich weiß, er hat mir nötiges mit-zuteilen. Meine Adresse ist H. H. Or. jur., wohnt imRechbergschen Palais auf der Hundskugel in München.
Offen schick ich Dir die Einlage an Campe. Wenner jetzt Dir den Saldo meines Guthabens ausbezahlt,so behalte davon die zehn Friedrichsdor, die Du mir ge-liehen, und gib den Rest an meinen Bruder, der mirihn leicht zuschicken kann. Du mußt wahrhaftig DeinGeld zurückhaben, denn Du bist der einzige, der michnicht mahnen würde. Auch bin ich kein sicherer Schuld-ner. — Wenn Campe das Geld gezahlt hat, hernach rüffleihn wegen seiner Knickrigkeit. Er weiß nie zur rechtenZeit ein paar lumpige Louisdor wegzuwerfen; diesessollte er von Cotta lernen. Cotta gibt mir für die Re-daktion der „Annalen" 100 Louisdor bis Juli (ich habemich nicht länger verpflichten wollen), und diese Gene-rosität verpflichtet mich, ihm mehrere Aufsätze zu schreiben,verpflichtet mich umso mehr, da ich mich nicht dazuförmlich verpflichtet und er nur gegen Lindner denWunsch geäußert, daß ich dergleichen tue. Er verstehtseinen Mann.
Lebe wohl und behalte lieb
Deinen Freund
H. Heine.
323