In Kassel war ich acht Tage. Jakob Grimm, demich zu gefallen scheine fmiserukile?) arbeitet an der Ge-schichte des deutschen Rechts! Ludwig Grimm hat michgezeichnet; ein langes deutsches Gesicht, die Augen sehn-suchtsvoll gen Himmel gerichtet. — In Frankfurt habedrei Tage mit Börne zusammen gelebt. Sprachen vielvon Frau von Varnhagen. Er ist beschäftigt, seine ein-zelnen Aufsätze in drei Bände zu sammeln. Der ersteenthält Theater. Ich hätte nie geglaubt, daß Börne soviel von mir hielte; wir waren insepurakle bis zumAugenblick, wo er mich zur Post brachte. Hiernächst sahich auf der ganzen Reise niemand, außer Menzel inStuttgart. Die edlen Sänger dort Hab' ich nicht gesehen.Menzels Buch über Literatur hat viel Schönes. DieStelle über Goethe habe ich nicht ohne Schmerzen lesenkönnen. Ich möchte sie für keinen Preis geschriebenhaben. Wo denken Sie hin, lieber Varnhagen, ich, ichgegen Goethe schreiben! Wenn die Sterne am Himmelmir feindlich werden, darf ich sie deshalb schon für bloßeIrrlichter erklären? Überhaupt ist es Dummheit, gegenMänner zu sprechen, die wirklich groß sind, selbstwenn man Wahres sagen könnte. Der jetzige GegensatzderGoetheschen Denkweise, nämlich die deutsche National-bcschränktheit und der seichte Pietismus, sind mir ja amfatalsten. Deshalb muß ich bei dem großen Heiden aus-halten quanck meme — wahrscheinlich lasse ich im drittenTeil der „Reiscbilder" wieder eine Batterie gegen dasPustkuchentum losfeuern. Gehöre ich auch zu den Un-zufriedenen, so werde ich doch nie zu den Rebellen über-gehen.
Leben Sie wohl, antworten Sie mir so
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