briefe sind; und, wie sich von selbst versteht, ich habekein Recht über den Inhalt dieser letztern willkürlich zuverfügen. — Ich friere und leide fürchterlich.
Grüße mir Campe recht herzlich. Ich erwarte un-geduldig, von ihm zu hören, wie es mit dem Buche geht,und ob er seine Ruhe, seine philosophische Ruhe in Hin-sicht desselben behaupten konnte. Ich bin zu krank, umetwas tun zu können, doch meine nächste Arbeit soll dieBorrede meiner Gedichte sein. Hernach gehe ich an dieVeränderung des „Ratcliff". — Ich werde höchstensbis Mitte Juni in London bleiben; alsdann gehe ich aufdrei Monate nach einem englischen Seebad. Ich habeletzteres durchaus nötig. — Fürchterlich kostspielig istdas hiesige Leben, bisher Hab' ich noch mehr als eineGuinee täglich gebraucht, IV- Pfund Hab' ich für Be-köstigung und Trinkgeld noch auf dem Dampfschiff zubezahlen gehabt, für meine wenigen Bücher hatte ich fastein Pfund Zoll zu bezahlen usw. Bücher selbst sind hierrasend teuer. — Nichts als Nebel, Kohlcndampf, Porterund Canning. — Meine Freunde in der Westminstcr-
abtci habe ich noch nicht besucht. Wie wird es
mir noch gehn in dieser Welt! Ich werde es, trotz meinerbessern Einsicht, nimmermehr lassen können, dummeStreiche zu machen, d. h. freisinnig zu sprechen. Ich binbegierig, von Dir zu erfahren, ob keine Regierung mirmein Buch übelgenommen. Am Ende will man dochruhig den „Deutschen Anzeiger" oder die „HallischeLiteratur-Zeitung" lesen und ein deutsches Butterbrotessen. — Es ist hier so fürchterlich feucht und unbehag-lich, und kein Mensch versteht Einen, kein Mensch ver-steht Deutsch. — Leb wohl!
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