Druckschrift 
1 (1906)
Entstehung
Seite
255
Einzelbild herunterladen
 

daran versucht, sie so hübsch komponiert hat wie Du, derDu den speziellen Vorteil hattest, eben so verrückt gewesenzu sein, wie der Verfasser der Terte. Gestehen muß ichzwar auch, daß ich mehrere Kompositionen derselben nichtkenne, z. V. die Melodien, die einRiesin Berlin dazugesetzt hat und die sehr hübsch sein sollen. Unser Fr . . .hat mich blamiert. Ich versprach dem Mcthfessel, Dirumgehend zu schreiben und obige Kompositionen von Dirzu verlangen. Wenn Du es wünschest, schafft er Dir aufder Stelle einen guten Verleger. Er wird nämlich viel-fach angegangen, gute Lieder zu empfehlen. Er selbstwill sich jetzt ganz zur Oper wenden. Ich zweifle nicht,daß es ihm gelingt. Was einen Verleger betrifft, so ver-mag ich auch selbst für einen solchen zu sorgen. Auch fürden Beifall. Wenn dieses Dir also gefällt, so schicke mirbesagte Liederkompositionen hierher mit der fahrendenPost, und zwar sobald Du nur kannst, indem ich nichtweiß, ob ich länger als zwei Monate noch hier bleibe.Meine Adresse ist:An den Herrn H. Heine, Or. juris,per Adresse Moritz von Embken aus dem Neuen WallNr. 167 in Hamburg." Diese Adresse ist sicher.

Schreib mir auch, wie es Dir geht, Kreisler. Mitmeiner Gesundheit geht es weit besser. Juli habe ichGüttingen verlassen und reiste für meine Gesundheit.Auf Norderney, einer Insel der Nordsee, wo ich das See-bad gebrauchte, fand ich mich zufällig mit Sethe zu-sammen. Der Staatsrat hat geheiratet, damit die liebe,gute, treuherzige Rasse nicht verloren gehe. Frühjahrwill ich nach Berlin zurückkehren. Ich bin unterdessensehr berühmt geworden. Verdiene es auch; schon alleinaus dem Grunde, weil ich wenig schreibe.

2SS