Druckschrift 
1 (1906)
Entstehung
Seite
254
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Aber wirklich, Christiani, nachdem Du dieses Liedgelesen hast, glaubst Du noch wirklich, daß ich hier Ad-vokat werde. Ich denke, ich gehe nach Berlin. MeineFreunde schreiben mir von dort aus Mordbriefe, undwollen mich mit Gensd'armen von hier wegholen lassen. Messieurs! ich weiche der Gewalt. DieHarzreise"ist jetzt an Gubitz abgegangen, und ich bin neugierig,wie viel Tannenbaume mir die Zensur auf dem Ober-harze streichen wird.

90. An Josef Klein.

Hamburg, Weihnacht 18S5.

Mein lieber Johannes Kreisler!

Obschon wir wechselseitig gewissenhaft versprachen,uns in der Folge oft zu schreiben, so mögen doch wohl dreibis vier Jahre verflossen sein, ohne daß es einem von unseinfiel, dieses Versprechen zu erfüllen. Meinerseits kannich mich sehr gut damit entschuldigen, wenn ich Dir ver-sichere, daß ich oft nicht an Dich gedacht habe. Gesternabend aber weiß der Teufel, wie es kam dachteich und schwatzte von Dir eine ganze Stunde lang,und zwar mit dem Komponisten Albert Methfessel, demich von Dir und Deinem Musikgcnie so viel erzählte, biser ordentlich ärgerlich wurde, daß ich ihm meine von Dirso trefflich komponierten Lieder nicht schnell genug ver-schaffen konnte. Ich gestehe Dir, ich selbst möchte siegern zuweilen hören, sintemal keiner von denen, die sich

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