wegen ihres vielfältig die Gegenwart anspielenden In-halts, eigentlich als Novität gedruckt werden mußte,wie ich denn auch nur ungern, und bloß weil meinerNovelle noch der Schluß fehlte, mich dazu entschloß, die„Harzreise" in einem erst zum Herbste erscheinendenAlmanache abdrucken zu lassen. Dazu kommt noch,ich schreibe so weniges, was für die Gegenwart paßt,daß, wenn ich mal etwas der Art ausgeheckt habe,manches Familien- und Publikumsverhältnis mich be-drängt, den Abdruck nicht zu ajouruieren. Endlich,einige lare Freunde (intime Feinde würde Robert sagen),welche das Manuskript der „Harzreise" in Händen ge-habt und Stücke daraus abgeschrieben, können mir nochden Streich spielen, solche korrumpiert abdrucken zu
lassen.
Mit Vergnügen habe ich vernommen, schöne Frau,daß Sie meinen Oheim Salomon Heine kennen gelernt.Wie hat er Ihnen gefallen? Sagen Sie, sagen Sie!?Es ist ein bedeutender Mensch, der bei großen Gebrechenauch die größten Vorzüge hat. Wir leben zwar in be-ständigen Differenzen, aber ich liebe ihn außerordentlich,fast mehr als mich selbst. Wir haben auch in Wesenund Charakter viel Ähnlichkeit. Dieselbe störrige Keck-heit, bodenlose Gemütsweichhcit und unberechenbareVerrücktheit — nur daß Fortuna ihn zum Millionärund mich zum Gegenteil, d. h. zum Dichter, gemacht,und uns dadurch äußerlich in Gesinnung und Lebens-weise höchst verschieden ausgebildet hat. Ich bitte, sagenSie mir, wie er Ihnen gefällt? Ich werde diesen Onkelnächste Woche wiedersehen, indem ich nach Hamburggehe, um mich dort als Advokat zu etablieren. — Mit
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