möglich zu machen glaube, in Deiner geliebten Nähezu leben. —
Sei überzeugt, daß kein Vergnügen, kein Cham-pagner, kein Theater, kein Eitelkeitskitzel und keine schöneDamenblicke mir so lieb sind wie ein trauliches schwatzen-des Zusammensein mit Dir, Du gutes, liebenswürdigesKind. Du weißt ja wie ich bin, wie leicht verträglich,wie folgsam, und mit wenigem zufrieden gestellt. Duund zwei andere herrliche Damen wissen das sehr gut,und wissen es zu schätzen.
Ich bitte Dich, geh viel spazieren, damit Du nichtzu dick wirst! — Ich bitte Dich, werde keine Ham-burgerin. Grüße mir und küsse mir Dein Kindchen.Und schreibe mir bald. Die Briefe schicke nur nach Lüne-burg, ich will, wenn ich hier sobald abreise, an Vaterschreiben, wohin er mir sie schicken soll. —
Unsern endlich ganz in Hamburg befindlichenGustav grüße mir herzlich. Ich schicke einliegend dieThesen, worüber ich disputiert, die Du an Gustav, oderandern Gelehrten mitteilen kannst.
Lebe wohl und behalte mich lieb.
85. An Christian Sethe.
Norderney, den t. September 48S5.
Nur so viel kann ich mich erinnern, daß ich Dirvorige Woche in der verdrießlichsten Stimmung undin der allergrößten Eil geschrieben. Das Fährschiff warim Begriff abzusegeln, der Schiffer wartete bloß nochauf meinen Brief, ich wünschte mich selbst zum Henker
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