ungeschliffen zu sein. Ich habe kürzlich eine Bagatellevon ihm im „Gesellschafter" gelesen. Witz in seinerIsolierung ist gar nichts wert. Nur dann ist mir derWitz erträglich, wenn er auf einem ernsten Grunderuht. Darum trifft so gewaltig der Witz Börnes, JeanPauls und des Narren im „Lear". Der gewöhnlicheWitz ist bloß ein Niesen des Verstandes, ein Jagdhund,der dem eigenen Schatten nachlauft, ein rotjäckiger Affe,der sich zwischen zwei Spiegeln begafft, ein Bastard,den der Wahnsinn mit der Vernunft im Vorbeirennenaus öffentlicher Straße gezeugt, — nein! ich würde michnoch bitterer ausdrücken, wenn ich mich nicht erinnerte,daß wir beide selbst uns zu Zeiten herablassen, einenWitz zu reißen. — Beiliegend erhältst Du ein Gedichtaus meiner „Harzreise". Ich bitte Dich, keinem unsererFreunde es zu zeigen, nicht mal meinem Bruder. Ichhabe gute Gründe, Dir dieses Gebot aufzulegen.
Auf jeden Fall erwarte ich umgehend Brief vonDir. Meine Adresse ist: H. H. Ztuck. jur. aus D., wohntaus dem Garten der Rektorin Suchfort vor dem Al-banitore.
Dein Freund
H. Heine.
83. An Moses Moser.
Göttinge», den 22. Juli 18S5,
Deinen Brief vom Z. des Monats hätte ich längstbeantwortet, wenn mich nicht meine Promotion, die,von einem Tage zum andern sich herumziehend, erst vor-gestern stattfand, daran verhindert hätte. Aber auch
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