Druckschrift 
1 (1906)
Entstehung
Seite
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plare derRheinblüten", worin meineHarzreise", unddas Honorar dafür an Deine Adresse nach Berlin be-fördern soll. Ich bin in der größten Geldverlegenheit,und ans leicht durchschaulich politischen Gründen darfich von meinem Oheim keine neuen Gelder verlangen,bis ich meine Doktorpromotion anzeigen kann. Hast DuLust, mir in diesem Augenblick zehn Louisdor zu leihen,lieber Moser, so erzeigtest Du mir einen höchst großenFreundschaftsdienst. Du kannst alsdann von den Gel-dern, die Du für mich aus Karlsruhe erhältst und diefast doppelt so viel betragen, Dich binnen zwei bis dreiMonaten wieder remboursieren; welches mir zugleichhöchst bcguem ist. Außerdem bürge ich Dir mit meinemEhrenworte bei dieser Anpumperei, und ich würde nochmehr dergleichen hinzusetzen, wenn ich nicht wüßte, daßich Dich verletze durch Mißtrauen in Deinem Vertrauen.Indessen, ich gestehe es, obgleich ich weiß, Du kennstDich und mich zu gut, um nicht zu wissen, daß Du sichergehst, wenn ich Dich anpumpe, und obgleich ich auchweiß, daß Du mir gern hilfreich bist, so würde ich dochlieber von jedem anderen borgen, wenn ich in diesemAugenblick weniger verstimmt, isoliert und bedrängtwäre. Aus letztem Grunde bäte ich Dich, mir die zehnLouisdor sobald als möglich zu schicken, und die besteGelegenheit scheint mir per Post in Tresorscheinen.

Wenn ich meinem Oheim schreibe, werde ich mirauch Gelder für eine Badereise erbitten, und wirddiese Bitte erfüllt, so komme ich früher nach Berlin,als ich dachte. Daß ich Dir von Goethe nichts ge-schrieben, und wie ich ihn in Weimar gesprochen, undwie er mir recht viel Freundliches und Herablassendes

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