werden Sie es in den „Rheinblüten" gedruckt sehen.Ich kann wahrhaftig nicht ohne Besorgnis Ihrem Urteildarüber entgegensehen, und ich wünschte im Grunde,Sie bekämen das opus nie zu Gesicht. Sie finden darinviele alte Witze von mir, mit schlechten neuen Witzenbunt untermischt, nachlässige, unkünstlerische Prosa, un-beholfene Naturschilderungcn, verunglückter Enthusias-mus; aber das bitt ich mir aus — die Verse darin sindgöttlich.
Diesen Winter, teurer Christiani, Hab ich schrecklichgelitten. Ich war fürchterlich auf den Hund. ZumVerzweifeln. Ich lebte in Schmerzen und Medizin,Jetzt ist es besser, aber noch immer bin ich sehr leidend,höchst angegriffen von den Leiden dieses Winters, unddieses ist Ursache, warum ich vorderhand mich nochnicht von hier fortschieben kann. Lassen Sie dieses abernicht meinen Eltern merken. Trotz solcher schlimmenZeiten Hab ich doch viel getan, vornehmlich in juristischerHinsicht, so daß ich den 3. Mai, untcrHugosDe-kanat, mein Eramcn zu machen wagen durfte. Esging ganz vorzüglich, und jetzt habe ich eine Steinlastweniger auf dem Herzen. Diese Last, die mich zumbeständigen Ochsen anspornte, sowie meine erwähnteKrankheit, verhinderten mich Ihnen zu schreiben; undnun bin ich bei Ihnen entschuldigt.
In sechs Wochen will ich promovieren, dann aberwill ich ernsthaft dran denken, bald nach Lüneburg zukommen. Es ist mir höchst schmerzlich, daß ich die dortigeAnwesenheit meiner Schwester nicht genießen kann. ^Von Berlin her klingen mir viele lockende Töne entgegen.Werden mich doch wohl wieder anködern.
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