Druckschrift 
1 (1906)
Entstehung
Seite
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poetischer Hinsicht verehrte und so sehr auch meine ge-wöhnliche Lebensansicht mit der Goetheschcn Denkweiseübereinstimmte. Ich liege also in wahrhaftem Kriegemit Goethe und seinen Schriften, so wie meine Lebens-ansichten in Krieg liegen mit meinen angeborenen Nei-gungen und geheimen Gemütsbewegungen. Doch seinSie unbesorgt, guter Ehristiani, diese Kriege werdensich nie äußerlich zeigen, ich werde immer zum GoetheschcnFreikorps gehören, und, was ich schreibe, wird aus derkünstlerischen Besonnenheit und nie aus tollem Enthu-siasmus entstehen.

So bist du denn der ganzen Welt empfohlen,

Das übrige brauch' ich nicht zu wiederholen.

Es ist aber spaßhaft, wie ich immer und überall, undging ich auch nach der Lüneburger Heide, zu Erz-goethiancrn komme. Zu diesen gehören auch Sartoriusund seine Frau, vuIZo geistreiches Wesen genannt, mitdenen ich hier am meisten verkehre. Ich brachteihnen Grüße von Goethe, und seitdem bin ich ihnendoppelt lieb. Es gibt sogar unter den StudentenGoethianer.

Meine Harzreise habe ich, wie Sie schon in Er-fahrung gebracht haben, anfangs diesen Winter ge-schrieben. Aber leider konnte ich kaum bis zur Hälftedamit zustande kommen, weil ich damals, wie den ganzenWinter hindurch, mich höchst elend befand. Wenn ichdaher bedenke, zu welcher trübseligen Zeit ich diesesReisefragment geschrieben, so muß ich zweifeln, ob etwasGutes daraus geworden. Ich habe es jetzt nach Süd-deutschland geschickt, und wenn es nicht zu spät anlangt,

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