Druckschrift 
1 (1906)
Entstehung
Seite
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schreiben der arme Glückliche! Kaum hat er wütenddie Stirn zusammengezogen zum tragischen Ernst, sowird ihm dieser freundlich fortgelächelt von der schönenFrau, und ärgerlich greift er nach ihrem Strickstrumpf,statt nach Melpomenens Dolch.

Hier ist alles still und trist, durchaus keine schöneGesichter, und ich lebe vergraben in Studien. Or. Ganshat diese auf einige Tage unterbrochen bei seiner Durch-reise. Er hat das Glück, Madame, Sie auf seiner Reisezu sehen. Von Berlin hör' ich wenig. Von der dortigenLiteratur noch weniger. Gans hat mir gesagt, unserParia" erregt noch immer viel Mitleid. Die Zeitensind so schlecht, alle Menschen klagen, und es ist sehrpolitisch von unfern Regierungen, daß sie allenthalbendie Aufführung desParia" begünstigen, damit wirsehen, es gibt Leute in Indien, die noch mehr leidenund ausstehen, als wir Deutschen. Der Abgang derPost drängt mich zum Raschschreiben. Ich habe jetztmein juristisches Eramen abgemacht; wenn ich wohl bin,disputiere ich künftigen Monat, und wenn Sic mirnächstens schreiben, ist meine Adresse: an den Or. jur.H. Heine aus Düsseldorf, in Güttingen. MitteAugust werde ich wohl diese Stadt verlassen, mich aufkurze Zeit nach Lüneburg und dann nach Berlin begeben.Dort bleibe ich lange und studiere Elauren. WerdenSie und Robert nicht auch bald wieder hinkommen?Kommen Sie hin, tun Sie etwas für die arme MarkBrandenburg, wir verkommen sonst in der Dürre, undwerden zu Staube, noch ehe wir tot sind. Vor allemaber leben Sie wohl, küssen Sie Robert, und sagen Sieihm, daß ich ihn und seine Frau sehr lieb habe.

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