Druckschrift 
1 (1906)
Entstehung
Seite
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ich der Stimme der äußeren Klugheit Gehör gebenwollte, so würde ich es gar nicht schreiben. Ich sehevoraus, wieviel ich dadurch verschütte und Feindseligesherbeirufe. Aber eben auch, weil es aus der Liebe her-vorgeht, wird es ein unsterbliches Buch werden, eineewige Lampe im Dome Gottes, kein verprasselndesTheaterlicht. Ich habe viel Geschriebenes in diesemBuche wieder ausgelöscht, jetzt erst ist es mir gelungen,das Ganze zu fassen, und ich bitte nur Gott, mir gesundeStunden zu geben, es ruhig niederzuschreiben. Lächelenicht über dieses Gackern vor dem Eierlegen. Lächeleauch nicht über mein langes Brüten; so ein gewöhnlichesGänseei (ich meine nicht Or. Gans) ist schneller aus-gebrütet, als das Taubenei des heiligen Geistes. Du hastvergessen, mir ein paar Notizen mitzuteilen, die ich inmeinem letzten Briese zum Behuf des Rabbi verlangte.Dem Or. Zunz lasse ich für seine Mitteilung über diespanischen Juden tausendmal danken. Obschon sie höchstdürftig sind, so hat Zunz mir doch mit einem einzigenscharfsinnigen Wink mehr genutzt, als einige vergeblichdurchstöberte Quartbände, und er wird unbewußt aufden Rabbi influenziert haben.

Im Basnage habe ich wenig gesunden. Dirschmerzliche Lektüre des Basnage ward Mitte des vori-gen Monats endlich vollendet. Was ich speziell suchte,habe ich eigentlich nicht darin gefunden, aber viel NeueSentdeckte ich, und viel neue Ideen und Gefühle werdendadurch in mir aufgeregt. Das Ganze des Buches istgroßartig, und einen Teil des Eindrucks, den es aufmich gemacht, habe ich den 11. September in folgenderReflexion angedeutet:

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