Druckschrift 
1 (1906)
Entstehung
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74. An I. W. v. Goethe.

Weimar, den i. Oktober 1W,

Ew. Exzellenzbitte ich mir das Glück zu gewähren, einige Minutenvor Ihnen zu stehen. Ich will gar nicht beschwerlichfallen, will nur Ihre Hand küssen und wieder fortgehen.Ich heiße H. Heine, bin Rheinländer, verweile seitkurzem in Göttingen, und lebte vorher einige Jahre inBerlin, wo ich mit mehreren Ihrer alten Bekannten undVerehrer (dem sel. Wolf, Varnhagen usw.) umging undSie täglich mehr lieben lernte. Ich bin auch ein Poetund war so frei, Ihnen vor drei Jahren meineGe-dichte" und vor anderthalb Jahren meineTragödien"nebst einem lyrischen Intermezzo (Ratcliff und Alman-sor) zuzusenden. Außerdem bin ich auch krank, machtedeshalb auch vor drei Wochen eine Gesundheitsreise nachdem Harze, und auf dem Brocken ergriff mich das Ver-langen, zur Verehrung Goethes nach Weimar zu pilgern.Im wahren Sinne des Wortes bin ich nun hergepilgert,nämlich zu Fuße und in verwitterten Kleidern, underwarte die Gewährung meiner Bitte, und verharremit Begeisterung und Ergebenheit

H. Heine.

75. An Moses Moser.

Göttingcn, den LS. Oktober 18S1Wirklich, wenn es in der lieben Gotteswelt einenMenschen gibt, der recht hat, über mich böse zu sein,so ist es Moses Moser aus Lippehne! Wie lange habeich Dir nicht geschrieben, Dir, dem einzigen Freunde!

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