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1 (1906)
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vom 31. Mai wirklich beantwortet habe, da Du beiDeiner großen Vielseitigkeit auch natürlicherweise einPhilister bist. Das ist nun ärgerlich, im Grunde wirdes mir sauer, Dir heute zu schreiben, weil ich Dir nichtsBestimmtes mitzuteilen habe, und dennoch sich stmanches von meinem Herzen in unbestimmten Tonenlosreißen mochte. Aber hole der Teufel die Unbestimmt-heit, wenn er nicht die Unbestimmtheit selbst ist. Ichlebe hier im alten Geleise, d. h. ich habe acht Tage in derWoche meine Kopfschmerzen, stehe des Morgens umhalb fünf auf und überlege, was ich zuerst anfangensoll; unterdessen kommt langsam die neunte Stundeherangeschlichen, wo ich mit meiner Mappe nach demgöttlichen Meister eile ja, der Kerl ist göttlich, er istidealisch in seiner Hölzcrnheit, er ist der vollkommensteGegensatz von allem Poetischen, und eben dadurch wirder wieder zur poetischen Figur; ja, wenn die Materie,die er vorträgt, ganz besonders trocken und ledern ist,so kommt er ordentlich in Begeisterung. In der Tat,ich bin mit Meister vollkommen zufrieden, und werdedie Pandekten mit seiner und Gottes Hilfe loskriegen.

Außerdem treibe ich viel Chronikenstudium, undganz besonders viel bistoria juckaics. Letztere wegen Be-rührung mit dem Rabbi, und vielleicht auch wegeninneren Bedürfnisses. Ganz eigene Gefühle bewegenmich, wenn ich jene traurigen Annalen durchblättere;eine Fülle der Belehrung und des Schmerzes. Der Geistder jüdischen Geschichte offenbart sich mir immer mehrund mehr, und diese geistige Rüstung wird mir gewißin der Folge sehr zu statten kommen. An meinem Rabbihabe ich erst ein Drittel geschrieben, meine Schmerzen

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