64. An Moses Moser.
Göttingen, den IS. März IW,
Deinen Brief vom 24. Februar werde ich mündlichbeantworten. Ja, ich hege den Plan, wenn ich mich invierzehn Tagen nicht gar zu schlecht befinde, nach Berlinzu reisen und dort einige Wochen zu verleben. Wirhaben nämlich vier Wochen Ferien, das Leben hier machtmich bis zur Entsetzlichkeit melancholisch, für meineKopfschmerzen, die mich wieder anhaltend plagen, ist eimdurchrüttelnde Reise heilsam, und dann, — ich könnt!Dir wohl glauben machen, daß Du es endlich bist, dermich am meisten nach Berlin zieht, und ich habe es mirauch gestern den ganzen Tag eingebildet, aber diesenMorgen im Bette frug ich mich selbst, ob ich wohl nachGöttingen reisen würde, wenn Du in Göttingen undich in Berlin wäre? Aber was soll ich mir den Kopfzerbrechen, um die Ursachen aufzufinden, warum ichnach Berlin reise — genug, ich komme hin. Es ärgertmich, daß Du mir schreibst, daß Roberts schon diesenMonat nach Wien gehen. Wäre dies nicht, so würdeich mir einbilden, ich reiste Madame Roberts wegennach Berlin. Aber Frau von Varnhagen? Ja, ichfreue mich, die herrliche Frau wiederzusehen, aber waSbreche ich mir den Kopf, genug, ich komme. Ich schreibeDir noch einige Tage vor meiner Abreise, damit Dumir ein stilles Zimmer aus einige Wochen mieten kannst,
Dein langes Stillschweigen hatte mir viel schlimmeStunden gemacht und viel Schlimmes in mir auf-geregt. — Aber was kannst Du dafür, daß so viel
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