Druckschrift 
1 (1906)
Entstehung
Seite
178
Einzelbild herunterladen
 

gelesen, das obige trifft Sie nur in geringem Maße,und es mag für die Folge stehen bleiben.

Mit meiner Gesundheit sieht es wieder schlecht aichich mag wohl des Nachts zu viel an der MedicäischcnVenus von der Bibliothek und an Hofrat Bauers !Magd denken. Bei diesem höre ich diesen Sommer jKriminalrecht und bei Meister Pandekten. Ich treibeimmer Jus, aber, verflucht, ich kann nichts los kriegen, jNoch immer kenne ich die Titel der Skottschen Romaneund die Novellen der Boccaz oder Tiecks viel besser Mdie Titel und Novellen im corpus juris. O heiligerJustinian, erbarme dich meiner! So mancher Schopj !hat dich kapiert, und ich ich muß verzagen! O all ihrrömischen Imperatoren erbarmt euch meiner! O Gajus,Paulus, Papinianus, ihr verfluchten Heiden, ihr müßtin der Hölle dafür brennen, daß ihr das Jus so weit- släufig gemacht. Und welches Jean Paulischc d. h. schwere sLatein! Täglich verwünsche ich den Arminius und dieSchlacht im Teutoburger Walde. Wäre diese nicht vor-gefallen, so wären wir jetzt alle Römer, und sprächenLatein und das corpus juris wäre uns so geläufig undleicht wie Claurens Mimili. Ich will nicht weiterschreiben, ein Altdeutscher könnte mich überraschen, undmir den Dolch ins undeutsche Herz stoßen mit einempathetischen: Stirb, vcrfehmter Zwingherrnknecht undVaterlandsverächter! Aber ich ergreife dann das nebenmir liegende Nibelungenlied und halte es als Schild idem Jenäischen Don Quirote entgegen, und der Dolchentfällt ihm, und er faltet betend die Hände: OsseckLllrimkulcla, Lrunllilcia er blllra ora pro nobisl Edleschwarze Narren, ich kann nicht mit euch harmonieren,

178