Druckschrift 
1 (1906)
Entstehung
Seite
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Sehnsucht nach gebildeten Menschen; außerdem kannmir diese Reise in politischer Hinsicht nützlich sein. Ichmuß einigen Menschen, von denen meine künftigeStellung abhängt, wieder mal den Hos machen, undmich überhaupt wieder unter den Lebendigen zeigen.Sagen Sie abe- niemandem etwas von diesem Vorhaben,denn ich habe meine Gründe zu wünschen, daß meinenEltern nichts davon zu Ohren komme. Ich schreibe esIhnen bloß, weil ich mich erinnere, es Ihnen versprochenzu haben, wenn ich nach Berlin reisen würde, es Ihnenvorher zu sagen. Obzwar ich nun zweifle, ob Sie mit-reisen wollten, so denke ich es doch möglich, daß ich Ihnenin Berlin irgend einen Auftrag ausführen könnte, be-sonders, wenn es etwas Literarisches beträfe. Ich steheganz zu Ihren Diensten. Ich will auch jetzt bei Gubitzeinen Teil meiner kleinen neuen Gedichte, besonders derSeestücke abdrucken lassen. Dann sieht man doch inBerlin, daß ich noch Verse machen kann; aber welche!Hilf Himmel, nicht allein, daß das Volk jene neue non-chalante Weise, worin ich jetzt dichte, nicht würdigenwird, so wird man außerdem mit Recht mir vorwerfen,daß ich jetzt schwaches zu Markt bringe. Jetzt, da sichwieder viel Kraft bei mir äußert, merke ich das leiderselbst. Dennoch schreibe ich jetzt nicht. Der Kartonzum neuen Trauerspiel wird noch lange liegen bleiben.Ich habe jetzt zu viel mit meinem Jus zu tun. VonRousseau Hab ich endlich Brief gehabt, er beklagt sichüber mein Stillschweigen, schreibt rührend herzlich; Gottweiß, woher die Mißverständnisse entstanden. LebenSie wohl und schreiben Sie bald, und sein Sie überzeugt,daß ich Sie achte und liebe.

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