— Ich hoffe, liebes Lottchen, daß Du mir in Güttingenviele liebe Briefchcn zukommen lassen wirst, jedes der-selben erheitert meine Seele. Alles, was Du schreibst,ist so lieb und klar; wie ein reiner Spiegel zeigt mirjede Zeile Dein gutes Originalgemüt. Lebe wohl undbehalte mich lieb.
55. An Moses Moser.
Noch immer Lüneburg, den 9. Januar 18S4.
Deine Briefe vom 20. Dezember und 3. Januarhabe ich erhalten. So sehr ich auch das Bedürfnis fühle,Dir einen großen Brief heute zu schreiben, so kann ichDir doch nur einige Zeilen, und zwar sehr flüchtige,schreiben. Ich bin zu sehr kaput, und mein Kopf dröhnt.Ich reise heute über acht Tag ab nach Göttingen unddenke, daß mich die Reise, die ich nicht gar zu schnellabzutun gedenke, aufheitern und, durch die Lebensver-sicherung, auch stärken wird. Heute will ich Dir bloßfür die Besorgung des Zeugnisses danken. Bei den heuteanbei zurückkommenden Büchern findest Du IV? Louis-dor, wovon Du 4 Taler 20 Silbergroschen für Deineletzte Zeugnisauslage behältst und den Rest dem Ren-danten des Vereins zustellst. Ich weiß wirklich nicht,wie viel mein Beitrag, der jetzt gewiß ein halb Jahr un-bezahlt geblieben, beträgt. (Ich habe mal von Dir überdiese Anfrage keine Antwort erhalten.) Ist es eineKleinigkeit mehr, so tue mir die Liebe, lege solche bei.Du bist wahrlich der Marquis Posa und Kreditor DeinerFreunde! Ich muß bei Dir sehr hoch in der Kreide stehen,
ISS